Frankfurt

Werde in 30 min. In den Flieger hüpfen. War jetzt schon ne mega Reise! Bin zwischen den Pennern auf den kalten Bänken gesessen. 🙂 Musste den Wecker stellen, damit ich meine Stationen nicht verschlafe. Der Flughafen ist so groß! Mit meinem Gepäck ist das schweißtreibender Sport. Jetzt konnte ich schon wieder viele Schichten Kleider ablegen und kann meine Wartezeiten wieder entspannt mit einem Hörspiel genießen! Im Flieger gibts heute ausnahmsweise mal was zu Essen. 😊

Aufbruch

Das war die letzte Nacht in meinem Bett in Betzingen. 🙂 Bereits heute Nacht geht ein langer Weg Richtung Süden. Morgen Nachmittag sollte ich dann endlich ankommen.
Gestern und heute nutzte ich noch die letzten Stunden um noch weitere Sandalen fertig zu bauen.

Ein Pärchen für ein Pärchen. Die werden erst vor Ort montiert.
Heute besohlte ich noch ein Paar Trail-Runner und ein paar Supersoft.

Auch die bau ich erst vor Ort zusammen, damit das ganze Gepäck nicht noch extremer nach Handelsware aussehen wird.
Somit ist die Schuhmachersaison zu Ende! 🙂 Vor zwei Monaten wusste ich noch nichtmal, dass es überhaupt eine Schuhsaison geben wird. 😀
Gegen 23:45 fahr ich von Reutlingen mit dem Zug nach Stuttgart. Von 0:35 bis 2:41 muss ich dann in dem kaputten Bahnhof warten. Da ziehts doch überall! 🙂
Um 5:12 komme ich in Frankfurt an, wo der Flieger um 8:00 Uhr weiter geht. Der landet dann erst mal auf Gran Canaria und kommt eineinhalb Stunden später auf Teneriffa an. Ab 14:00 Uhr kann ich darauf hoffen das Gebäude zu verlassen und meine Freunde zu treffen.

Messerhülle

Wie transportiert man ein scharfes Kochmesser, ohne alles zu zerschneiden?

Zwischen der Naht seht ihr einen gepressten Lederstreifen, der verhindert, dass die Naht zerschnitten wird.
Wäre es nicht am stilvollsten das Päckchen wie ein Origami ein zu wickeln?
„fump“ Deckel drauf, fertig. Sicher, leicht und Platzsparend! 🙂
Jetzt lauf ich natürlich den ganzen Tag so rum. 😀

Dori`s Bag

Seht mal was mir meine liebe Dori aus Australien geschickt hat… und noch mehr. 🙂

Dieses Halfter für meine Rosenschere hat Dori selber entworfen und von Hand genäht. Alle Achtung, obwohl sie meine Rosenschere nicht mal kannte, ist die Tasche keinen Millimeter zu groß. Sie ist perfekt! Beim Nähen bleibt einem immer ein schwammiges Gefühl, wenn man die Maße nicht ganz genau kennt. Allein schon die Frage: „Was schenkt man jemandem der schon alles hat?“ Das härteste ist wohl, dass ich auch noch selber kreativ mit Leder arbeite und mir eigentlich alles selber basteln könnte. Aber das hier ist eine saugeile Idee, auf die ich sonst sicher nicht gekommen wäre! 🙂 Und echt ein raffinierter Schnitt, der es schön auf den Punkt bringt!

Die passende Gurte hab ich heute noch schnell mit der Maschine genäht. Eigentlich ne ganz schöne Aktion, aber das Werkzeug ist ja gerade eh noch ausgebreitet. Von dem schwarzen Leder will ich noch ne ganze Menge mitnehmen, damit ich über den Winter kleine Werke von Hand nähen kann. Nur so für den Eigenbedarf, um mir das Leben angenehmer zu gestalten. Vielleicht nützliche Alltagshelfer. Z.b. eine neue Gürteltasche, die wie ein modulares System aufgebaut wird. Abnehmbare Kamerataschen und so Minigepäck für den Alltag. Darum ist es gut, wenn ich die schönen Gürtel nicht erst von Hand nähen muss! Der Verschluß vom ersten Gurt ging so knapp durch das neue Lederhalfter, dass ich sie nicht mehr trennen wollte. Also nähte ich gleich den zweiten Gurt. Einer für die Arbeit im Garten und einer für die Freizeit. 🙂

Serie

Natürlich nutze ich die letzten Stunden um schnell noch zu produzieren was geht! Denn auf die tolle Nähmaschine muss ich nachher wieder einige Monate warten.

Es geht mir aber nicht nur um die Produktion, sondern viel mehr um die zukünftige Kalkulation. Ich muss ja wissen, wie lange ich brauche, falls jemand von mir 10 000 tolle Schuhe bestellt! 😀 Am Anfang brauchte ich erst acht, dann bis zu zwölf Stunden pro Paar Sandalen, weil der Aufwand erst mal immer größer wurde. Seit dem beobachte ich jeden Griff und denke über jeden Schritt nach, wie man ihn noch optimieren könnte. Täglich kommen kleine Tricks dazu, die fast schon zu Quantensprüngen verhelfen. Gestern war es z.b. folgende Kleinigkeit:

Zum Tricksen benutzte ich ein Feuerzeug als Schablone, mit dem ich letztendlich einen Halbkreis auf das Endstück gezeichnet hab. Danach schnitt ich die Rundung mit der Schere aus, was schon problematisch ist, weil drei frisch geklebte Lagen aufeinander liegen.
Seit gestern drücke ich das Feuerzeug nur noch kurz aufs Leder, nur um kurz einen Abdruck zu stempeln.
Das reicht für ein paar Sekunden.
Jetzt schaukel ich nur noch den Rollschneider um die Rundung. Besser, schneller schöner!
Wenn das nur eine Minute pro Riemen spart, läbbert sich da bei zwei Sandalen schon was zusammen!
Nach drei Stunden waren alle Riemen für vier Sandalen fertig zum Nähen. Nähen dauert noch eine Stunde. Mit Sohlen ist das komplette Paar bereits ab vier Stunden machbar. Bei größeren Serien könnte man noch etwas Zeit sparen, aber wahrscheinlich nicht mehr viel, denn das ist ja schon die reinste Akkordarbeit. 🙂

Finish

Am Ende ist es nochmal eine ewige Rumprobiererei, wie man die verschiedenen Materialien am besten rausputzt. Vier verschiedene Ledersohlen reagieren schon ganz unterschiedlich auf das Schleifen oder das Färben. Auch die Gummisohlen sind sehr verschieden und jedes Oberleder verändert ebenfalls seine Farbe, wenn man es z.b. einfettet. Da ich natürlich fast nur feinstes Anilin Leder verarbeite.

Hier wurde z.b. der untere Schlappen eingefettet und die Sohle seitlich mit Holz poliert.
So kann sich das Ganze verändern. Der Vorteil ist, abgesehen davon, dass es schmeichelhaft weich wird, ist das Ganze nicht mehr so fleckempfindlich.

Es gibt also noch viel zu lernen! Es ist aber auch noch keine sechs Wochen her, als ich das erste mal darüber nach dachte, mir die ersten Barfußschuhe zu nähen und dafür kann man es doch springen lassen, oder? 🙂

Kollektion

Die Sonne scheint und endlich kann ich mal ein paar aktuelle Fotos meiner Werkstücke zeigen:

Zwei Exemplare in Größe 37 gehen auf die Insel. Für Iris und Rositha.
Größe 43, mit Vibram-Totenkopfsohle für Chris, ebenfalls auf der Insel. 🙂
Für Santiago. Santi bekommt die City Version mit einer sehr haltbaren 3mm Krepp Sohle.
Hoffentlich passen diese unserer lieben Deby! 🙂 Die 4mm Vibram Sohlen sind sehr luxuriös!
Größe 39, mit 3mm Geckosohlen für Manuel.
Richtig schöne Trail-Runner für Geza.
Größe 45, ebenfalls mit 3mm Gecko-Sohlen, für big Mike.
Einmal „Supersoft“, mit 1,8mm Krepp Sohlen, gehen bereits für Dori nach Australien. Darum kann ich sie nicht mehr besser fotografieren. Dieses Modell will man nie wieder ausziehen!
Ein straßentaugliches Paar geht ebenfalls nach Australien.
Ein weiteres Paar Trail-Runner ging bereits zu Steffen, Richtung Osten. Dieselbe Ausführung hat sich ebenfalls bereits mein lieber Freund Peter geschnappt.

Supersoft

Keine Angst Freunde! Das mit den Schuhen hört bald schlagartig auf und dann erzähl ich vielleicht nur noch von Gestrüpp und von Steinen. 😀
Aber hier hab ich euch noch den Wurf des Tages:

Die Sohle ist aus einem offenporigen und extrem weichen Leder. Das erste Paar mit 1,8 mm Kreppsohlen.

Leute, ihr könnt euch nicht vorstellen was für eine Spannweite an Unterschieden bei so einfachen Sandalen möglich ist! Total spannend! Spätestens wenn sich die Dinger voll ganz an den Fuß angepasst haben, merkt man, dass es eine ganz besondere Art der Verbundenheit ist! Mit dem Planeten mein ich. 😀 In die hier schlüpft man gleich wie in Samt. Jetzt gehts auf die erste Testrunde… Nur fürs Protokoll: Beim Rennen nicht so laut stöhnen! 😀

Kombinationen

Gestern war ich beim Großhändler und hab nochmal Leder geholt.

Damit gibt es schon einige Kombinationsmöglichkeiten. Neben den schwarzen Sohlen hab ich nun auch braun und schiefergrau Angebot. Die braunen sind noch etwas dünner und die grauen sind zudem noch wesentlich weicher als die anderen!

Ich freu mich jetzt schon auf die Ledersaison im Frühjahr! Dann will ich so viel Sandalen verkaufen, dass ich davon in viele Sorten und Farben reinvestieren kann. Dabei schiele ich auch schon auf antike Optiken, die ich für meine zukünftigen Steampunk Kunstwerke und Musikmaschinen nutzen kann.

Das Gute an den Riemen ist, dass ich sehr gut Reste verwenden kann! Die bekommt man zum Kilopreis günstiger. Es ist immer noch nicht wirklich billig, aber so bekomme ich mehr Abwechslung rein, als wenn ich von jeder Farbe gleich eine ganze Haut kaufen müsste.
Gestern hab ich gleich einen zweiten Satz braune Riemen genäht. Der Lederrest davon war dann gerade noch so groß wie eine Hand. Den zweiten Satz Riemen bau ich auf die graue Sohle, die ihr gleich unter dem Schlappen seht.

Die Tage bekomme ich noch mehr Gummisohlen und Laufbeläge geliefert. Dann probiere ich zum ersten mal eine rote 3mm Zwischenlage unter die Ledersohle zu bauen, die 95% Stossdämpfung verspricht. Ab dann kann man schon recht wild zwischen Farben, Ledersohlen, Laufbelägen und Zwischenlagen wählen.

Es soll kein neuer Beruf werden, aber oben hab ich das vorläufige Ziel eigentlich bereits erklärt: Diese Aktion soll mein Lederlager bis zum Rand mit Schätzen füllen. Vielleicht noch ein paar Mäuse extra für Messingbauteile. 🙂 Dann kann ich immer gleich loslegen, wenn mir neue Ideen kommen. Bis das Kunsthandwerk eines Tages wieder von der Musik etwas verdrängt wird.

Neue Wege

Gestern gab es wieder ein paar kleine Quantensprünge in meinem Produktionsverfahren. Dinge wie Sohlen zu schneiden und zu schleifen sind noch relativ neu für mich und darum muss ich erst mal meinen Weg finden. Ein Schritt nach vorne war dieser Schleifer, in den ich gestern eine Kleinigkeit investiert hab.

Das spart wirklich viel Zeit und ermöglicht eine schönere Qualität! Aber es ist immer noch eine wahnsinnig aufwendige Arbeit!

Was mich noch mehr begeistert, weil es viel einfacher ist, ist die neue Schneidmethode für Gummisohlen und dickes Leder! Dafür spanne ich einfach die Klinge von einem Teppichmesser in den Schraubstock und zieh meine Werkstücke durch.

Der größte Vorteil ist, dass die Schnitte immer im 90 % Winkel verlaufen. Es erfordert etwas Übung, aber dann wird man immer Schneller und vor allem genauer. Damit spart man wieder viel Zeit beim Schleifen! Das Schleifen ist trotzdem ein ziemliches Elend! 😀