Expedition Deutschland

Wo ich gerade bin? Eben saß ich noch in so einem Stuhl.

Haha, mein erster Weg war natürlich zu meiner Stilistin. 🙂 Aber hier sehen meine Haare extra lustig aus, weil ich eben noch ne Mütze aufhatte.
Ich spiel ja eh mit Helm! 😀

Aber von Vorne: Heute Abend werde ich für die Geburtstagsfeier von David Kirby spielen, für den ich kurz nach Deutschland geflogen bin. Auf Dave komme ich später nochmal zurück. Er zelebriert seinen Geburtstag mit einer Steampunk Party, bei der ich gleich im Eingangsbereich eine wichtige Rolle spielen werde. Erstens heize ich den Laden mit meiner Mucke ein und zudem werden die gekleideten Gäste, für ein Erinnerungsfoto, gleich neben der Musikmaschine arrangiert.
Gestern früh wurde ich mitsamt Maschine in Betzingen abgeholt und hab die „Doretta“ gleich am Veranstaltungsort aufgebaut. Dort wartete bereits der Fotograf, der gleichzeitig sein Lichtset aufgebaut hat. Mit dem Fahrer hatte ich echt Glück, weil wir uns so gut unterhielten, dass die Zeit nur so verflog!
Das Wetter war auch super und Zuhause konnte ich sogar im Sonnenschein meine schönen Laufrunden drehen.
Nachdem die große Maschine eingerichtet und eingespielt war, lernte ich  David kennen, der mich nach einem Rundgang gleich zum Hotel gefahren hat.
Dort wurde ich noch verwöhnt und genoß den Abend. Ehrfürchtig starre ich gerade die gefrorenen Dachziegel auf dem Nachbarhaus an.  🙂

Hier werde ich mit „Doretta“ und Helm im Eingangsbereich die Gäste empfangen.

Zu Dave: Als seine Anfrage per Mail bei mir eintrudelte, dachte ich grinsend, der ist auch noch frech, weil er mich gleich per „Du“ anschrieb. Direkt, wie ich es mag! Dann las ich den klangvollen Namen und dachte, den haste doch schonmal gehört. Ich klickte auf einen link und sah das hier:

Das bedeutet mir schon viel dabei zu sein, weil Dave und sein Team, großartige Pioniere für ein breites Spektrum von Bühnenequipement sind!
Gut, dass ich bereits gestern hier aufgeschlagen bin und die Vorstellungen vom Gastgeber nochmal überschlafen konnte. Denn jetzt weiss ich ganz genau was zu tun ist!
Für die Fotosession werde ich sehr minimalistische Stimmungen zaubern, die wie Filmmusik, ein Ambiente entstehen lässt, bei dem den Gästen vor lauter Bedeutung die Brust anschwellen wird. Großes Kino für großes Kino, ohne allzu sehr von der Hauptsache abzulenken: Den Bildern für die Ewigkeit.
Später schubsen wir die Maschine auf die Bühne, wo ich nochmal ein kompaktes Programm mit den strukturierteren Highlights spielen werde.

Zwei Stunden

Das ging heute in zwei Stunden:

Jetzt gibt es schonmal einen viel flacheren Weg, der die Arbeit erleichtert und über den man jetzt ohne größere Gefahr rauf und runter kommt. Ausserdem kommt oben immer mehr Erde hervor. Diese erdigen Schichten kommen über den gröberen Schutt, damit eine Menge Erde einsickert, wo später die Wurzeln durchwachsen können.

Eine große Masse könnte ich mit dem Sacho an einem Nachmittag nach unten ziehen und später abdecken, aber erstmal hole ich so viel wie irgend nur möglich nach oben. Der Weg für die Schubkarre ist absolut eben und darum läuft das ratzfatz!

So weit wuchs der Hügel in zwei Stunden. Zur Schubkarre hin wird der Hügel, der noch gut doppelt so hoch wird, langsam in die Fläche auslaufen. Vor dem Vorzelt werden die höchsten Stellen aufgeschüttet. In diesem Bogen, der vor dem Zelt entstehen wird, könnte ich mir einen kleinen Sandstrand mit Saharasand vorstellen. Hab zufällig eine kleine Tüte feinsten Sand im Schutt gefunden. Hab die Hand voll Sand auf der Mauer gelagert. Zur Vorfreude und zur Motivation!
Das dreifache ist locker an einem Tag möglich und nach drei Tagen wird der erste Bereich zum aufschichten bereit sein. Nochmal Sand/Kies, dann Erde, dann meine super Erde aus dem alten Garten. Unkrautfolie, Pflanzen und eine dicke Schicht schwarzer Pikon. Das erste Beet mit seinem Steingarten sollte alles dagewesene toppen! Ideen hatte ich vorher auch schon, aber wie gesagt, die wahnsinns Masse wird letztendlich zum Segen, weil ich in ganz anderen Dimensionen planen kann!

Siestablög

Bevor wir heute für ein paar Erledigungen nach Puerto de la Cruz fuhren, ersetzte ich meine morgendliche Runde durch eine Stunde Schubkarre fahren.
Hier zeige ich euch erst mal das Werkzeug meiner Erlösung:

Das in meinen Händen ist ein „Sacho“. Ein ideales Werkzeug zum Hacken, Unkrautrupfen und ebenfalls zum ziehen von Geröll. Dank dem Gefälle muss ich nicht jedes Steinchen vom Boden aufkratzen, sondern ziehe mit 3 -4 Schüben den Eimer voll, dass man ihn gerade noch gut tragen kann. 4 – 5 Eimer füllen schon wieder eine Schubkarre.

Damit buddelte ich in der Stunde kurz eine Verlängerung in die Fläche von gut 4 Metern Länge, damit es nicht mehr so steil bergab geht. Folgendes motiviert mich dabei:

1. Es ist mein Sport! Meine Medizin. Mit dieser Arbeitsweise kann man Rücken und Hände schonen und spart dabei viel Zeit!
2. Schaffe ich mir auf die Weise einen neuen Weg, der eben diese Arbeit immer mehr erleichtert.
3. Wächst mit jeder Schubkarre mein Hügel vor dem Wohnwagen.
4. Kann ich mir den Sichtschutz und den Steingarten, mit all den Pflanzen, bereits sehr gut vorstellen. Das wird richtig schön und gemütlich!
5. Mit dem Vorhandenen Schutt-Material, das man genauso gut als Problem betrachten könnte, eröffnen sich fantastische Möglichkeiten!

Wie schon angekündigt ist heute wieder ein Calima.


Man sieht fast kein Meer mehr, dafür war es annähernd windstill. Auch beim Blick auf den Teide sieht man deutlich wie diesig es wirkt. Heute Morgen war aber eine tolle Stimmung! Das Licht war ganz gelblich und mit den ersten Böen konnte man glauben, dass gleich ein Gewitter kommt. Aber nein, es wird kuschelig warm.

Dann ging es nach Puerto, wo Isabel und ich uns mit Geza zum Essen trafen. Auf dem folgenden Bild erkennt man den krassen Unterschied in Puerto: Erstens sieht man hier vor lauter Sand fast gar keine Berge mehr und vor allem blies hier ein Wind, dass bereits die ersten Blätter von den Palmen fielen. Inzwischen sind wir die gut 17 km. wieder zurück gekommen, wo wir die Siesta mit den Nachbarn im windstillen Buen Paso genießen. Familia! 🙂

Das Bild hab ich aus zwei Gründen zum Vergleich genkipst: Erstens sieht man oben die windgepeitschten Palmen und zweitens stehen im Hintergrund Berge, die man hier überhaupt nicht mehr sehen kann, weil der Calima östlich von uns viel intensiver zu spüren ist.

Manuel

Heute hat mir eine der liebsten Seelen auf der Insel bei der Arbeit geholfen. Für ein paar Vorbereitungen besuchte ich vorher kurz meine lieben Nachbarn Manuel und Rosa. Den Garten den Manuel im Haus angelegt hat, hatte ich neulich schonmal kurz erwähnt. Heute hatte ich eine Kamera dabei.

Stellt euch vor eure Wohnzimmerdecke hinge voll mit leckeren Früchten! Ein Paradies!
Und immer wieder reift eine Portion aus.
Manuel. Ich hab ihn extrem gerne! 🙂 Wir lernten uns bereits im letzten Winter bei Isabel kennen. Damals schwärmte ich davon, dass ich mich hier so sehr willkommen fühle! Vor allem wegen meinen beiden Lieben und natürlich auch wegen Isabel! Mein Spanisch war damals noch mickrig, aber nonverbal lief da eh mehr, als man mit Worten sagen kann!
Mitten drin steht eine riesen Bananenstaude, die pro Ernte bis zu 70 Kg. Bananen liefert.
Das Ganze ist mit Utensilien aus seiner Fischerzeit nett arrangiert. Dazwischen findet man verschiedene Blumen, Orchideen, Schildkröten… So einfach und so herrlich!



Mit diesem Tor kann man unsere komplette Sackgasse im Zweifelsfall auch mal kurz abschliessen, was früher noch öfter gemacht wurde. Sollten auffällige Autos durchfahren kann es eh schnell mal passieren, dass kurz darauf zufällig ein paar Autos den Ausgang versperren. Die Gasse hab ich noch gar nicht fotografiert. Wird nachgeliefert!


Die blauen Trichterwinden wachsen hier wild und werden auch eines Tages bei mir Akzente setzen. Wenn mich nicht alles täuscht, kennt man sie unter dem Namen: „Morning Glory“. Es gibt auch noch orangene Wildblumen, die ebenfalls klettern und perfekt dazu harmonieren. Beides gut für meinen Park, weil der ja ohne Gießwasser auskommen sollte.
Von der Arbeit erzähle ich ein andermal… Es war jedenfalls knackeheiss!
Morgen kommt schon wieder ein Calima Höhepunkt.

Zwischendurch musste ich mal eine riesen Libelle aus dem Vorzelt retten.

Zum Abschluss könnt ihr noch sehen wie mein Hügel für den Steingarten wächst.

Dort wo die Schubkarre liegt wird die Fortsetzung über einen Meter hoch, dass ich mich schon bald sichtgeschützt nackig sonnen kann. Mit ein paar meiner Bäume und Palmen werden die 3-4 Häuser komplett verschwinden, die ja eh gut 100 Meter entfernt stehen. Rechts von dem weissen Haus da hinten liegt ja mein Hang. 🙂

Für diese Hügel begann ich heute bereits einige Schubkarren Bauschutt rüber zu schieben. Der wird mit der sandigen Erde aus meiner zweistöckigen Tiefgarage abgedeckt, bevor eine dicke Schicht Erde und Pikon drauf kommt. Vielleicht mach ich den Steingarten vor dem Zelt auch gleich 1,50 Meter hoch, oder noch höher, denn Material hats mehr als genug!
Das mit der Tiefgarage war ein Witzle! Die wird natürlich dreistöckig!  😀

Ne aber mal im Ernst: eben war ich kurz im Bioladen und hab mir Sandelholz Öl gekauft. Wenn ich gleich zurück komme und in den Wohnwagen steige, wird mich ein sehr feiner Duft empfangen. Die Ganze Filtergeschichte war eine super Investition!

Expedition Westhang

Heute hab ich mir nochmal einige Zeit genommen um einen Weg durch den Busch zu schneiden, bei dem man nicht gerade kriechen muss.

Hier geht die Temperatur mal kurz um ein bis zwei Grad runter und trotzdem ist es noch ein nettes Lichtspiel mit der Sonne. Das wird natürlich alles noch geputzt. Einige Bäume dürfen weiterhin aus der Mauer wachsen und die kommen, wenn das unnötige Gestrüpp mal etwas dezimiert, umso besser zur Geltung.
Ein paar Meter weiter fällt die Temperatur noch deutlicher ab, weil das Eck fast immer im Schatten liegt.
Beide Abschnitte haben ihr eigenes Fenster aufs Meer hinaus. Man kann also je nach Wetter den Platz aussuchen und muss auf nichts verzichten.
Das ist ein Blick über die Terrassenmauer, über die man Richtung Meer sieht.
Schöne Flechten. Es gibt auch Steinhäufen, die einfach so rumliegen. Davon nehm ich jetzt jedes mal einen mit nach oben, um für meinen ersten Steingarten neben dem Wohnwagen zu sammeln.
Jetzt hab ich mich wieder vorgekämpft bis zum Abschluß meiner Mauer, die da hinten bei dem Wasserrohr aufhört. Hier hab ich jetzt eine Leiter hin gestellt und begann den Weg nach oben zu bahnen.

Wenn man nach ein paar Schritten nach links sieht, erkennt man meine südliche Grundstücksmauer.

Habt ihr gewusst, dass ich Feigenkakteen habe? Seht ihr, ich auch nicht! 🙂
Und zwar unüberschaubare Monster von Kakteen!
Ab der Hälfte hab ich mal raus fotografiert.
Und zurück zum Wohnwagen.
Aber viel weiter kam ich heute nicht. So sieht der erste Pfad nach unten aus. Mir scheint hier läuft man zum großteil auf einem Boden der aus einem Fels zu bestehen scheint.

Es bleibt spanned und die Fortsetzung folgt. Gut, dass heute alles soweit begehbar war, denn mein Freund und Musikerkollege Juan, hat mich heute zu seinem Geburtstag besucht. Das ist mir eine Ehre! Es hat ihn sichtlich umgehauen, was für einen wunderbaren Schatz ich hier bekommen habe. Dann kam Chris noch kurz vorbei und jetzt bin ich auf dem Sprung zum Pizza essen. Vielleicht mach ich euch ein Foto.  😀

Nachtrag 23:00 Uhr. Nach einem kurzen Spaziergang fanden Isabel und ich das Restaurant, bei dem die Gäste bereits auf der Straße warteten. Anstatt zweieinhalb Stunden auf einen Tisch zu warten, bestellten wir lieber je eine Pizza für einen der Stehtische draussen. Es war gegen halb Acht noch richtig schön warm und roch nach Meer. Dann kamen unsere Pizzen: Der Inbegriff einer leckeren Pizza! Groß, leicht, luftig, cross und mit die beste die ich je gegessen hab!

Ich hatte die mit Rucola und ein Viertel der anderen. Selbst wenn mir Isabel noch mehr von der Riesenpizza zugeschoben hätte, wäre es unmöglich gewesen aufzuhören, bevor alles weg ist.  🙂

Heute Nacht im Park

Egal wie oft ich einen Ausflug in meinen Park mache, es ist immer wieder spannend! Eben zog ich nochmal los bevor es dunkel wurde.

Hier hab ich das erste mal zurück Richtung Eingang geschaut. Da schau ich praktisch von der oberen Ebene auf meinen Berg, der eigentlich meine größte Hochebene ist.
Manche Hölzer räum ich weg und manche lass ich liegen.
Wenn man über den Wasserkanal läuft, fasst man automatisch den ein oder anderen Stein an. Es sind so viele Schmuckstücke darunter, dass man von den vielen Eindrücken fast überflutet wird. Aber ich liebe jeden Einzelnen Stein, den ich nach und nach bewusst wahrnehme!
Ist das nicht geheimnisvoll?
Bisher gibt es nur ein paar „Höhlen“ die all die Ausschnitte verbinden.
Hier schiele ich gerade über die Mauer auf die nächste Terrasse, die ebenfalls, abgesehen vom Gestrüpp, sehr schöne Flächen und Wege erahnen lässt.
Da oben sieht man die nächste Mauer. Da muss ich jetzt endlich mal mit der Leiter hoch und nachsehen ob noch eine Terrasse kommt, oder darüber gar noch eine. Von der Höhe her könnten da noch vier Terrassen kommen. Ist das spannend! 🙂 Von da oben kommt auch das Finca-Wasser und hier gibt es Mittags den ersten Schatten. An heißen Tagen kann man ja auch in den kühlen Wald gehen. Haha, ich halts nicht aus, ist das nicht der Oberknaller!? 😀
Nochmal ein Blick zurück auf den Wohnwagen.  🙂 Das ist der weiße Strich in der Mitte.
Aber auch heute war ich so tief im Busch wie noch kein Mensch zuvor gegangen ist. Mir scheint dort unten sind drei ringförmige Terrassen, die nach unten immer kleiner werden. Hinter mir lag die große Mauer mit dem Hang nach oben. Hier könnten insgesamt 6 -8 Terrassen übereinander liegen und das Ganze hat sicher gut 30 Meter Höhenunterschied.

Das ist so ein Traumhafter Platz der mich hier gefunden hat! Oder der auf mich gewartet hat. Normal sind hier alle Mauern und Terrassen gerade, nur ich hab eine absolute Ausnahme erwischt, die so genial zu mir passt! Hier hat jede Ebene einen schönen Schwung und nichts ist langweilig! Einerseits ist das Bauwerk an die Gegebenheiten der Natur angepasst und dennoch so stilvoll ineinander verschachtelt, dass man ganz klar künstlerische Akzente finden kann.

Jetzt hab ich mich umgedreht und sehe den Hang hinauf. Das Ziel ist es irgendwann einen Weg nach oben zu bahnen. Denn von hier ist man, wenn man nach links geht, ganz schnell bei den ersten Läden und wenn man nach rechts geht, kommt man gleich zur Küste und zum Lavatropfen. Für schöne Sonnenuntergänge muss ich im Winter also bis auf den Hang gehen, komme aber mit wenigen Schritten an noch viel schönere Plätze, wo das Meer von drei Seiten rauscht.
Beim Heimweg wurde es schon dunkel. Die Ausstrahlung von dem Platz ist auch um diese Zeit unbeschreiblich! Keine Mücken, die ja um die Zeit zuschlagen würden.
Der einzige Weg ist noch eng und verschlungen.
Ein Labyrinth nach dem anderen.
Da kann man bisher auch nur sehr selten stehen. 🙂 Erst muss ich die letzten Nachbarn kennen lernen, bevor ich es wagen will das erste Feuer für Trockenholz zu zünden. Wie ein Bonsaimeister werde ich auf jeden einzelne Zweig achten, bevor ich ihn raus schneide.
Von hier kann man auch La Palma etwas sehen. Wenn ich eines Tages eine Dachterrasse habe, bekomme ich wieder einen schönen Überblick. Ab April geht da hinten die Sonne unter.
Noch ein letztes Bild mit der Breitseite und dem Teideblick.

Mittlerweile bin ich mit meiner Bananenplantage nebenan mehr als Glücklich! Das Ding hat keine „Augen“ wie andere Häuser und sie hält den kompletten Ostwind fern, der ja zu 90 % bläst. Meistens ist es windstill und gelegentlich weht ne feine Brise vom Meer hoch. Auch von der Straße dahinter bekommt man nichts mit. Vorher fuhren morgens über ein Dutzend Autos den Berg hoch, jetzt rollen nur noch zwei an mir vorbei. Die Vögel hinter meinem Wohnwagen sind auch sehr cool! Diese Langschläfer fangen erst nach sieben an zu singen. 🙂

 

Die Vollendung

Heute bin ich gleich zwei mal nach Puerto geflitzt. Zuerst holte ich einen Flachkanal und ein paar Winkelstücke für die Belüftung.

Jetzt kommt die Frischluft unter der Sitzbank raus. Wenn das Polser drauf liegt sieht man das Rohr fast nicht mehr. Man könnte das Winkelstück aber auch abnehmen, sollte es je im Weg sein.

Danach kam ich auf die Idee ein Wasserfgefäss damit anzublasen. Sollte je noch ein Krümel Staub reinkommen landet er im Wasser und ich sehe auch gleich, dass irgendwas nicht stimmt. Dann dachte ich, dass ätherische Öle eigentlich auch noch super wären und flitzte gleich nochmal nach Puerto, weil der Bioladen in Icod schon geschlossen hatte. Die 26°C. haben mich aber ebenfalls veranlasst spontan nochmal zu fahren. Die Auswahl war kleiner als in Icod, aber mit einem feinsten Orangenöl für 4€ war ich erstmal zufrieden.
Es duftet sehr lecker, die Luft ist wirklich rein und wird gleich noch etwas befeuchtet. Die hatte nämlich bei 23° nur 45%.

Noch liegen der Lüfter und die Schalldämpfer hinter dem Wohnwagen, wo es auch nicht stört. Der Luftfilter kommt aber noch auf den Wohnwagen und bekommt noch einen Flachkanal, damit sich ds Ganze optisch besser einfügt.

Letzte Nacht hab ich schon sehr gut geschlafen und es trocknet einem auch nicht mehr permanent die Nase aus. Jetzt können sich die Atemwege über Nacht also so richtig schön erholen. Und das jede Nacht!

Luftfilter 2

Natürlich hab ich heute das neue Projekt mit dem Luftfilter gleich durchgezogen, damit ich in der folgenden Nacht den ersten Praxistest machen kann. Bevor ich am Wohnwagen rumschnipfel, will ich erst mal mit einem Profisorium durchs Fenster hören, ob ich es wirklich leise genug hinbekomme. Denn ich lausche zum Beispiel Nachts gerne den Grillen und manchmal auch dem Meer. Da wäre ein Gebrumme kaum zu akzeptieren.
Hier zu meinem Tageswerk:

Erst mal den Kasten schrauben und leimen, dann hab ich in die Leisten von dem Innenrahmen metrische Rundmuttern versenkt. Von diesen Spezialmuttern und passenden Inbusschrauben bringe ich jedes mal eine kleine Tüte voll mit, denn man kann nie genug davon haben, wenn man etwas anständig bauen will.
Mit vier Inbusschrauben kann man zukünftig den äusseren Rahmen öffnen, um den Filterflies zu wechseln.
Jetzt bekam der Innenrahmen ein Siebtuch verpasst und das Gehäuse einen 100mm Schlauchanschluß.
Erst eine Aktivkohlematte, dann kommt der weiße Flies drauf. Das Gute ist, dass ich die Matten in Zukunft nicht zuschneiden muss, weil das Gehäuse dafür gefertigt ist. Deutsche Markenware, die man immer wieder bekommt.
Jetzt wurde auch der weiße Filterflies mit dem Halterahmen zwischen den beiden Siebtüchern eingeklemmt. Das Ganze sitzt stramm, ist dicht und sieht doch noch ganz gut dabei aus!? Hab mal ein wenig Weiß Matt auf das Gehäuse gesprüht, damit das Holz nicht mehr so saugfähig ist. Für die entgültige Farbe hab ich mich noch nicht entschieden. Vielleicht bekommt das Gehäuse noch vier Füße und wird damit aufs Dach gestellt. Öffnung nach unten, vielleicht 10 – 15 cm Abstand vom Dach, wegen dem Spritzwasser falls es mal regnet.
Eine coole Sache ist, dass man beim Zuschnitt noch den Rest der Holzplatte geschenkt bekommt! Der Meter wäre sonst auf fast 50 € gekommen, so waren es nur 20. Mit der Japansäge kann ich da noch viele Bauteile ausschneiden und z.b. hochwertige Gebrauchsmöbel bauen.

Beim hochfahren haben mich zwei, bisher mehr oder weniger unbekannte Nachbarn angelächelt. Bin ich natürlich gleich hin, hab mich kurz vorgestellt und mit denen etwas rumgewitzelt. Bisher war Humor auf spanisch echt ne Herausforderung, aber davor hab ich mittlerweile auch keine Scheu mehr.  🙂
Toll, eben ging die Sonne unter und ich höre zum esten mal Frösche im Tal.

Nachtrag, 20:30 Uhr: Wir haben eine herrlich warme Nacht! Hab mir zur Belohnung eine feine Pizza geholt.
Eben hab ich den Lüfter auf die kleine Stufe gestellt und alle Schläuche mitsamt Schalldämpfer installiert. Die Luftdüse hängt vor dem Fliegengitter eines gekippten Fensters.
Die Grillen brüllen und vom Luftschlauch hört man absolut nichts! Null. Genial!
Ohne Schalldämpfer schiebt der Lüfter bei kleiner Stufe 80m³ Luft in der Minute. Gehen wir mal mit Schalldämpfer von der Hälfte aus, also 40m³ in der Minute. Der Wohnwagen hat ungefähr ein Volumen von 32,5 m³. Also könnte der Lüfter in einer Minute das Gesamte Luftvolumen wechseln.
Gehen wir mal von geschlossenen Fenstern aus und, dass die Luft nur durch die Zwangsentlüftung der vier Dachluken nach Aussen strömt. Dann dürfte es immer noch reichen, dass die Luft alle 3 – 4 Minuten komplett ausgetauscht wird. Jetzt kann ich es schon richtig spüren!  🙂 Freu mich mega!
Aus den Dachluken dürfte genug Luft strömen, dass kein Staubkrümel mehr eine Chance hat herein zu schweben.
So perfektioniert man das Leben auf der Insel!
Morgen installiere ich eine Luftdüse und suche nach einem Drehzahlregler, den ich wahrscheinlich irgendwo im Wohnwagen habe und mit dem ich die Luftmenge nochmal stufenlos runter regeln könnte.
Wenn ich in Zukunft hier ein Häuschen bauen werde, kommt von Anfang an eine Frischluft Zufuhr rein, die wie bei einem Niedrigenergiehaus optional durch einen Erdkanal geleitet wird, um im Sommer damit die Luft etwas zu kühlen. Nach diesem tollen Erfolg wird der nächste Filter 2 – 3 mal so groß.

Luftfilter

Habt ihr das Bild meiner Waage im letzten Beitrag gesehen? Darauf seht ihr den Saharastaub, den der Calima mit sich bringt. Das geschieht etwa drei mal in zwei Monaten.
Natürlich freuen wir uns über die Wärme, die mit dem Staub zu uns kommt, aber wenn ich an meine elektronischen Geräte denke, tut das richtig weh! Ausserdem verträgt nicht jeder diese Luft und manchen brennt sie sogar in den Augen! Bis auf eine gelegentlich leicht trockene Nase bekomme ich allerdings nichts davon mit.
Jetzt hab ich mich entgültig entschieden so schnell wie möglich einen Luftfilter zu bauen und die gefilterte Luft direkt in den Wohnwagen zu blasen. Erinnert ihr euch an meine Mosquitofalle? Umständehalber kam diese bisher kaum zum Einsatz, was mir wegen der hohen Investition ebenfalls etwas schmerzt. Aber das kommt schon noch, wenn meine neue Finca nach Aussen abgeschlossen ist. Das ist ein Link zu der Mückenfalle in dem ihr auch das modifizierte Lüfter-Gehäuse sehen könnt.
Zu meinem Flüsterlüfter und schallgedämpften Gehäuse kamen später noch zwei professionelle Schalldämpfer, die in den Luftschlauch gesteckt werden. So hört man auch beim Schlafen nichts! Sonst regelt man das Ding runter, weil er ja nicht gerade alle zwei Minuten das gesamte Luftvolumen wechseln muss.
Heute war meine Isabel von meiner Spontanität überhaupt nicht überrascht und hüpfte gleich begeistert ins Auto. So konnten wir gleich ihre Schuhe zum Lidl zurück bringen, die man dort ja schlecht anprobieren kann. Das hat die Aktion mit meinem Einkauf nochmal ergänzt.
Beim Baumarkt schnappte ich zuerst eine Flies/Aktivkohle- Matte und lies mir auf die Maße das Holz für ein Luftfiltergehäuse zuschneiden. 20 € und einen Berg von Restholz gabs gleich noch gratis dazu. An der Kasse traf ich noch einen guten Freund aus dem Tal, der endlich Isabel kennen lernte, von der er ja hier schon einiges gelesen hat.  🙂
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher nach Garachico, um bei Abuelo ein Eis am Meer zu schlotzen. Noch tanken, eine Reservierung im Restaurant abchecken und die Mission hatte sich voll gelohnt.

Zum Filter: Der Kasten wird etwa 60 x 50 cm groß und 25cm tief. Eine offene Seite wird mit Rahmen und Gitter ausgestattet. Darauf kommt die Filtermatte und ein zweites Haltegitter. Dann noch der Saugschlauch, der in die Stirnseite geleitet wird. Geplant ist, den Kasten hochkant, oder mit der Öffnung nach unten aufzustellen. Würde ich ihn schwarz anmalen, könnte ich ihn über den Winter auf das Dach vom Wohnwagen stellen, damit er sich mit der Morgensonne erwärmt und die Warmluft reinbläst. Im Sommer kann man ihn zwischen die kühlen Bäume hinter dem Wohnwagen stellen.
Im Boden vom Wohnwagen säge ich ein Loch mit 10cm, das unter einer Sitzbank rauskommen wird. Zum testen klemme ich eine Flachdüse unter die Sitzbank und wenn sich das Ganze bewährt, schneide ich bei der Bank, im Wadenbereich, einen schmalen Lüftungsschlitz, der mir vor allem über Nacht gefilterte Luft zubläst. Aber auch am Tag! Danach kann ich dann den Wohnwagen von oben bis unten einmal richtig feucht durchwischen und bei Calima sowie bei meinen Bauarbeiten alle Luken dicht halten.
Bin jetzt schon gespannt wie der Filter nach ein paar Tagen bzw. Wochen aussehen wird!
Mal sehen ob ich es morgen komplett hin bekomme. Nach meinen 50 Schubkarren gestern, wird diese Arbeit morgen ein schöner Ausgleich.

Dann hatte ich heute noch Besuch von einer netten Nacbarin, die mit ihren zwei Jungs vorbei geschaut hatte. Der kleine, etwa 7, hat mich derart ausgefragt bzw. vollgelabert und ich hab so gut wie kein Wort verstanden.  🙂
Den vierzehnjährigen Bruder verstand ich am besten, weil er ein Gespür für die Situation hatte und sehr deutlich gesprochen hat.
Aber auch bei den schwersten Kandidaten merke ich, dass es alle fünf Minuten etwas besser, oder zumindest weniger schlimm wird. Achja, dann lernte ich noch einen sehr netten Plantagenarbeiter kennen. Der erste Mensch den ich am Hinterausgang der Plaatge gegenüber gesehen hab. Ich stellte mich vor und sagte, dass ich ein Künstler bin, worauf er erwiederte: „Ja klar, ich kenne schon das Bild deiner Musikmaschine. Manuel hat es mir gezeigt.“ Natürlich im breitestren Kanarisch, aber den verstand ich ganz gut!  🙂

YES!

Endlich endlich, hab ich die fünf Kilos runter! Das könnte je nach Gefälle pro Schritt locker 15 Kilo ausmachen. Jetzt will ich noch ein überflüssiges Kilo runter schaffen, damit die tägliche Pufferzone sich zwischen 64 und 65 Kilo bewegt. Heute Nacht, als ich mich im Bett gedreht hab, zog ich zur Abwechslung ein Knie ganz nach oben und es war nichts im Weg.  😀
Es fühlt sich fantasisch an und ich schlief lächeln wieder ein!