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Siebenundvierzig Kubikmeter Wasser hat meine Finca bisher verbraucht. Das sind immer noch unter 30 € und wahrscheinlich der Grund dafür, dass ich noch gar keine Abrechnung bekam. Das System läuft genial und sorgt für Eindruck. Sehr erfreulich! 🙂 Nur am Anfang hing eine Schaltuhr, weshalb meine zwei größten Lieblingspalmen vertrockneten. Beim Check rastete wohl etwas in der Mechanik ein und seit dem läuft es tadelos. Naja, meine Palmenbabies sind geschlüpft und die Setzlinge leben auch noch. Also hab ich über 100 Minipalmen zum verteilen. Das tröstet mich!
Eben hab ich drei von den bunten Baumwolltüchern ersetzt, weil sie in der Sonne natürlich schnell vergilben und verbröseln. Die Wahl war leicht: Unkrautflies für 2€/Meter.

Das Unkraut ist fast weg und der erste Sicht- und Windschutz hängt. Alles mit den Pressklammern, die ich hier schonmal vorgestellt hab.
Somit ist mein FKK Hinterhof wieder hergestellt.
Und noch eins im Vorzelt. In der Kombination gefällt mir das auch ganz gut. Jetzt sieht es auch nicht mehr so aus wie bei den Oberhippies! Die Tücher sind z.b. schön unter dem Dach vom Vorzelt und da halten sie auch ne Weile.
Hat mich echt überrascht, dass die Frangipanis immer noch blüht. Sie wuchs auch unglaublich!

Dann saß ich auch eine Weile unter meiner Maracuja und zählte Blüten und Früchte. Vielleicht 15 Früchte, aber auch genauso viel Blüten, die alleine heute geöffnet hatten. Die Bienen schwirren wie kleine Hubschrauber dazwischen rum. 🙂
Hab endlich mal Javier und seine Frau gesehen. Da bin ich natürlich gleich meinen Berg hoch gestiegen. Wir freuten uns alle wie sau uns wieder zu sehen und lachten ganz viel gemeinsam! 🙂

Erster Rundgang Teil 2.

Mein liebstes Unkraut sind die leinen Wildtomaten, die gerade ziemlich Früchtchen abwerfen.
Überall! Die sind kleiner als Cherry Tomaten und sehr lecker!
Der erste Regenbogen über dem Atlantik.

Es gab eine Nacht vor meiner Ankunft eine richtige Sturmflut. Deshalb ist der Boden schön feucht und die Luft ist ganz klar. Unglaublich: Hab am ersten Tag hier keine einzige Eidechse gesehen!

Es gibt drei Sorten Pepperoni.
wisst ihr noch? die kleine Palme? Das Baby wurde zum Kind.
Das Bild war vor knapp vier Monaten, am 9.Juli.
Oder die Bouganville Stecklinge? 🙂
so sahen sie vor knapp vier Monaten aus.
Hab sie hier nochmal rausgesucht, vom 11.Juli. Drei Tage vor meinem Unfall.
Hier steh ich auf der Pyramide. Die Farne treiben wieder.

Das war ja klar…

…dass der Anfang nicht leicht wird. Wegen meiner Verletzung konnte ich vor der Abreise weder aufräumen, noch etwas spülen und dementsprechend sah das auch aus. Es hing noch richtig die Gebrocheneschulterenergie in meinem Miniheim. Nicht ein Glas zu gebrauchen, kein Spülwasser und nichts. Doch Strom war super. Lange träumte ich davon, wie ich mich gleich mal nackig in meinen Steingarten werfen werde, doch der sah dann eher so aus. 😄

Schon alles weg und schön am trocknen. 🙂

Der erste Rundgang war erfreulich und voller Überraschungen. Man bedenke, dass es nur 3 dreieinhalb Monate waren.

Zum Beispiel pflanzte mir Manuel eine Banane in den Palmengarten. Das ist super, weil seit ich meinen Wasserbedarf kenne, entschied ich mich eh für eine. Dort stehen auch einige Papayas, die ja auch perfekt zu Palmen passen.
Auf die Maracuja war ich auch schon gespannt und siehe da…
…die erste Frucht.

Das ist genial, weil die von Bienen bestäubt wurde. Klappt nicht überall, weshalb sogar manche Profis ständig mit dem Pinsel bestäuben müssen! Es werden weitere folgen. Ok, muss auch schon wieder ran. Werde später weiter berichten. 🙂 24° Sonne und Wind. Der nervt! 😃

Ankunft

Geschafft! 🙂 nach 17 Stunden Reise kam ich endlich aus dem Flughafen, an dem ich von Geza empfangen wurde. Geza fuhr erst mal bei 28°C. an die Küste, wo auch noch Mike auf mich gewartet hat. Mike brachte zwei sehr nette Mädels mit und und schon war die Feier im Gange.

Muss jetzt aber erst ins bett und erzähle später.
Also alles super! Bin da. 🙂

Frankfurt

Werde in 30 min. In den Flieger hüpfen. War jetzt schon ne mega Reise! Bin zwischen den Pennern auf den kalten Bänken gesessen. 🙂 Musste den Wecker stellen, damit ich meine Stationen nicht verschlafe. Der Flughafen ist so groß! Mit meinem Gepäck ist das schweißtreibender Sport. Jetzt konnte ich schon wieder viele Schichten Kleider ablegen und kann meine Wartezeiten wieder entspannt mit einem Hörspiel genießen! Im Flieger gibts heute ausnahmsweise mal was zu Essen. 😊

Aufbruch

Das war die letzte Nacht in meinem Bett in Betzingen. 🙂 Bereits heute Nacht geht ein langer Weg Richtung Süden. Morgen Nachmittag sollte ich dann endlich ankommen.
Gestern und heute nutzte ich noch die letzten Stunden um noch weitere Sandalen fertig zu bauen.

Ein Pärchen für ein Pärchen. Die werden erst vor Ort montiert.
Heute besohlte ich noch ein Paar Trail-Runner und ein paar Supersoft.

Auch die bau ich erst vor Ort zusammen, damit das ganze Gepäck nicht noch extremer nach Handelsware aussehen wird.
Somit ist die Schuhmachersaison zu Ende! 🙂 Vor zwei Monaten wusste ich noch nichtmal, dass es überhaupt eine Schuhsaison geben wird. 😀
Gegen 23:45 fahr ich von Reutlingen mit dem Zug nach Stuttgart. Von 0:35 bis 2:41 muss ich dann in dem kaputten Bahnhof warten. Da ziehts doch überall! 🙂
Um 5:12 komme ich in Frankfurt an, wo der Flieger um 8:00 Uhr weiter geht. Der landet dann erst mal auf Gran Canaria und kommt eineinhalb Stunden später auf Teneriffa an. Ab 14:00 Uhr kann ich darauf hoffen das Gebäude zu verlassen und meine Freunde zu treffen.

Messerhülle

Wie transportiert man ein scharfes Kochmesser, ohne alles zu zerschneiden?

Zwischen der Naht seht ihr einen gepressten Lederstreifen, der verhindert, dass die Naht zerschnitten wird.
Wäre es nicht am stilvollsten das Päckchen wie ein Origami ein zu wickeln?
„fump“ Deckel drauf, fertig. Sicher, leicht und Platzsparend! 🙂
Jetzt lauf ich natürlich den ganzen Tag so rum. 😀

Dori`s Bag

Seht mal was mir meine liebe Dori aus Australien geschickt hat… und noch mehr. 🙂

Dieses Halfter für meine Rosenschere hat Dori selber entworfen und von Hand genäht. Alle Achtung, obwohl sie meine Rosenschere nicht mal kannte, ist die Tasche keinen Millimeter zu groß. Sie ist perfekt! Beim Nähen bleibt einem immer ein schwammiges Gefühl, wenn man die Maße nicht ganz genau kennt. Allein schon die Frage: „Was schenkt man jemandem der schon alles hat?“ Das härteste ist wohl, dass ich auch noch selber kreativ mit Leder arbeite und mir eigentlich alles selber basteln könnte. Aber das hier ist eine saugeile Idee, auf die ich sonst sicher nicht gekommen wäre! 🙂 Und echt ein raffinierter Schnitt, der es schön auf den Punkt bringt!

Die passende Gurte hab ich heute noch schnell mit der Maschine genäht. Eigentlich ne ganz schöne Aktion, aber das Werkzeug ist ja gerade eh noch ausgebreitet. Von dem schwarzen Leder will ich noch ne ganze Menge mitnehmen, damit ich über den Winter kleine Werke von Hand nähen kann. Nur so für den Eigenbedarf, um mir das Leben angenehmer zu gestalten. Vielleicht nützliche Alltagshelfer. Z.b. eine neue Gürteltasche, die wie ein modulares System aufgebaut wird. Abnehmbare Kamerataschen und so Minigepäck für den Alltag. Darum ist es gut, wenn ich die schönen Gürtel nicht erst von Hand nähen muss! Der Verschluß vom ersten Gurt ging so knapp durch das neue Lederhalfter, dass ich sie nicht mehr trennen wollte. Also nähte ich gleich den zweiten Gurt. Einer für die Arbeit im Garten und einer für die Freizeit. 🙂

Serie

Natürlich nutze ich die letzten Stunden um schnell noch zu produzieren was geht! Denn auf die tolle Nähmaschine muss ich nachher wieder einige Monate warten.

Es geht mir aber nicht nur um die Produktion, sondern viel mehr um die zukünftige Kalkulation. Ich muss ja wissen, wie lange ich brauche, falls jemand von mir 10 000 tolle Schuhe bestellt! 😀 Am Anfang brauchte ich erst acht, dann bis zu zwölf Stunden pro Paar Sandalen, weil der Aufwand erst mal immer größer wurde. Seit dem beobachte ich jeden Griff und denke über jeden Schritt nach, wie man ihn noch optimieren könnte. Täglich kommen kleine Tricks dazu, die fast schon zu Quantensprüngen verhelfen. Gestern war es z.b. folgende Kleinigkeit:

Zum Tricksen benutzte ich ein Feuerzeug als Schablone, mit dem ich letztendlich einen Halbkreis auf das Endstück gezeichnet hab. Danach schnitt ich die Rundung mit der Schere aus, was schon problematisch ist, weil drei frisch geklebte Lagen aufeinander liegen.
Seit gestern drücke ich das Feuerzeug nur noch kurz aufs Leder, nur um kurz einen Abdruck zu stempeln.
Das reicht für ein paar Sekunden.
Jetzt schaukel ich nur noch den Rollschneider um die Rundung. Besser, schneller schöner!
Wenn das nur eine Minute pro Riemen spart, läbbert sich da bei zwei Sandalen schon was zusammen!
Nach drei Stunden waren alle Riemen für vier Sandalen fertig zum Nähen. Nähen dauert noch eine Stunde. Mit Sohlen ist das komplette Paar bereits ab vier Stunden machbar. Bei größeren Serien könnte man noch etwas Zeit sparen, aber wahrscheinlich nicht mehr viel, denn das ist ja schon die reinste Akkordarbeit. 🙂

Finish

Am Ende ist es nochmal eine ewige Rumprobiererei, wie man die verschiedenen Materialien am besten rausputzt. Vier verschiedene Ledersohlen reagieren schon ganz unterschiedlich auf das Schleifen oder das Färben. Auch die Gummisohlen sind sehr verschieden und jedes Oberleder verändert ebenfalls seine Farbe, wenn man es z.b. einfettet. Da ich natürlich fast nur feinstes Anilin Leder verarbeite.

Hier wurde z.b. der untere Schlappen eingefettet und die Sohle seitlich mit Holz poliert.
So kann sich das Ganze verändern. Der Vorteil ist, abgesehen davon, dass es schmeichelhaft weich wird, ist das Ganze nicht mehr so fleckempfindlich.

Es gibt also noch viel zu lernen! Es ist aber auch noch keine sechs Wochen her, als ich das erste mal darüber nach dachte, mir die ersten Barfußschuhe zu nähen und dafür kann man es doch springen lassen, oder? 🙂