…geht an die Substanz. Die Steuerleitungen, über die meine Einzelkomponenten kommunizieren, sind sehr empfindlich! Früher hab ich einmal versehentlich die Batterie kurz drauf gestellt und danach waren alle Signale durcheinander. Die Instrumente spielten falsche Klänge ab und machten verrückte Dinge. Damals wurde das ganze Wochenende zum Horror! Zumindest für mich. 🙂
Eben mussten alle Kabel durch Neue, mit Goldsteckern ersetzt werden. Ich frag mich nur wie es in den Gehäusebuchsen aussieht!?Trotz Unschärfe sieht man den Grünspan und, dass es auch aussen heftig korrodiert.
…lief auch super! Im Weleda Park spürt man so ein schönes Urlaubsfeeling, dass ich bereits 2 Stunden früher zu Spielen anfing. Es war richtig viel los und eine super Stimmung! Leider ging meine bessere Batterie kaputt, was sich bereits über die letzten vier Wochen angekündigt hatte. Jetzt hab ich gleich zwei, bei verschiedenen Händlern bestellt, damit bis Samstag wenigstens eine bei mir ankommt. Ein „Rüttelschutz“ steht neu auf meiner To-do Liste.
Meine persönliche Betreuerin Claudia stand sofort mit einer Kabeltrommel da und ermöglichte mir das weiterspielen an einem schönen Standort. Auch sonst waren die Maschine und ich allerbestens versorgt. Ein Traum!
Am Sonntag kam ich auf 7 Stunden mit gut 35 000 Umdrehungen.
Achja und mein alter Freund/Bruder/Sitarmeister Tommy hat mir endlich eine verbesserte Sitartechnik attestiert. 🙂 Nach Jahrzehnten. 😀
Seit meiner Heimkehr bin ich schon wieder rastlos am Schrauben, aber davon berichte ich gleich, in ein paar extra Beiträgen.
Fotos hatte ich vor lauter `lass mich auch noch mit´ leider mal wieder vergessen. Aber es gibt eines von dem schönen Hotel, das ich im letzten Beitrag schon erwähnt hatte. Hinter dem „Schönblick sieht man durch den Wald bis ins Tal. 🙂
Nach zwei Stunden Fahrt konnte ich das erste mal die komplett überholte Maschine aufbauen. Prompt kamen sich die ersten Bauteile in die Quere, weil man einfach nichts verändern darf, wenn die Maschine nicht komplett aufgebaut da steht. Und ich hab viel verändert! Das Problem ist nur, dass sie mit Flügel und Schirm gar nicht in meine Bude passt. Am Ende ging doch alles gut, oder zumindest sehe ich schon die Lösungen für alle neuen Probleme. Es war spannend, ob das Wetter überhaupt noch hält bis der Aufbau fertig ist. Ein paar Tropfen, aber es ging. Noch schnell die Sitar gestimmt und ab aufs Gelände. Eben hab ich sie noch gehört, doch kaum stand ich vor dem Publikum, kam kein Mucks mehr raus. NICHTS, GAR NIX! Alles gecheckt… neues Problem! Aufregung? Ne, aber ernüchternd ist es schon etwas. 😀 Dann bemerkte ich, dass sich bei der hinteren Box das Netzkabel gelöst hatte. Nun ging wenigstens diese, aber was ist mit dem Sound von unten? Alles kontrolliert und siehe da: Jetzt hat sich mir nach 8 Jahren zum ersten mal der Netzstecker gelöst und das zufällig bei beiden Boxen gleichzeitig. Die untere ist ja fest installiert und wird nie ausgesteckt! Ok, sound da. Kick funzt nich, bass funzt nicht, Klingelbeutel, ab und zu. Nach 3-4 Songpausen, in denen ich jedes mal kurz ein anderes Problem löste lief alles wieder! Es ist immer probematisch nach einem Kundendienst, darum ist das auch jedes mal eine große Sache für mich… 🙂 Die Reaktionen waren wieder überwältigend! Entweder wird es echt immer besser, oder kommen die Leute hier immer besser drauf!? Zum Feierabend war ich gemeinsam mit Tommy essen. Wir sind echt ein lustiger Haufen… 🙂 Achja, eben hatte ich mein erstes Bier, seit ich wieder in Deutschland bin. …uiuiui 🙂
Inzwischen sitz ich im Hotel Schönblick und freu mich über mein tolles Zimmerchen. Eben war ich noch kurz einkaufen und siehe da:
Hier gibt es das originale Bundaberg Gingerbeer, wie ich es zuletzt vor 11 Jahren in Australien hatte. Was für eine Überraschung! Wie geil! 🙂 Muss morgen alles aufkaufen. Achso, sonntag, naja, egal! 😀 Jetzt leg ich trotzdem die Füße hoch und genieße meinen Feierabend. Freu mich schon auf morgen! 🙂
Am Samstag und Sonntag spiele ich beim Weleda Erlebnis Zentrum, in der Nähe von Schwäbisch Gmünd. Wenn das Wetter es zulässt werde ich dort durch den schönen Park fahren, in dem ein Markt verteilt ist. Tommy hat dort auch einen Stand und wir freuen uns jedes mal wenn wir mal wieder zwei Tage auf dem selben Fest unterwegs sind. 🙂
„Bääm!“ (wirkt es nicht ein wenig wie eine comic-Sprechblase?) Ist das eine Präsentation? 😀 Die Drumsticks bilden auf der Seite eine vorletzte Ebene. Sie sollen wie die Waffen eines Samurais hinter der Schulter vorblitzen. 😀 Die andere Seite wird später ja von der Sitar verdeckt.
Jeder Stengel wurde einzeln direkt mit einem engen Holzgewinde verschraubt. So lässt sich alles genau einstellen. Klappbar und stabil ist es auch. Mit zwei Flügelmuttern ist das Ganze schnell montiert.
Natürlich konnte ich es nicht erwarten das Ganze mit dem Helm zu sehen, voila:
Herrlich! Nach so einer Arbeit hat man echt geschundene Hände, aber jetzt kann ich mich jedes mal freuen wenn ich diese Teile auspacken kann. Happy happy happy! 🙂 Gibt noch viel zu tun!
2 Nadeln und ein gewachster Faden. Für die 13 Meter Naht musste ich also nach dem Bohren von 5200 Löchern, etwa ebenso oft die Nadeln durch das Leder wursteln. So ein tolles Anilin Leder hat die Eigenschaft, dass sich die Löcher direkt nach dem Vorlochen wieder verschließen, weil das Leder so zäh ist. Also ging kaum ein Stich freiwillig. Aber wenn es mal genäht ist, wirkt es so als wäre das Leder um jeden Stich geschrumpft. Wahrscheinlich wäre es sogar wasserdicht.
Drei mal halbe Schlaufen annähen 3 h. 25 min. Die erste Hälfte von dem mittleren Rohr einnähen dauerte nochmal eine Stunde. Mitten in der Fläche ist es natürlich etwas mühsehlig… 🙂
Nachtrag: Das Mittelrohr war nach einer zusätzlichen Stunde fertig. Die weiteren Rohre benötigten nochmal 4h.
Kurz gesagt, kam ich insgesamt auf etwa 11 Stunden pro Flügel. Jetzt kommt gleich noch die Halterung…
gestern begann ich die Arbeit an den neuen Flügeln, die bis zum Wochenende fertig sein sollten.
Zum Glück hab ich noch das Schnittmuster der Inselflügel! Insgesamt gibt es ca. 6000 Löcher vorzulochen. Das Leder ist sehr edel aber zäh wie ein dicker Gummi!
Dieses mal verpasse ich dem Gestänge an den Enden Gewindebüchsen, damit man schöne Messingkugeln drauf schrauben kann.
Das sieht dann so aus:
Es soll an der Stelle auch dann noch etwas Maschinen-Charakter ausstrahlen, wenn ich barfuss damit spiele. 🙂 Nicht, dass ich das verstecken wollte, die Leute/Kinder dürfen sich gerne inspirieren!
So zieht der geschliffene Messingrahmen die Blicke auf sich und schützt zugleich. 😉
Innen ist es mit einem weichen Anilin Leder gefüttert. Mit dem 4cm hohen Rand fühlt man sich safe! 😀 Quasi, Feng Shui für den Fuß. 🙂
Kurz vor dem 5 Millionen-Beats-Jubiläum wollte ich der Maschine noch viele Verbesserungen spendieren. Darum war es die letzten Tage auch ziemlich ruhig“ hier. 😉 Es gab eine lange Liste von unangenehmen Problemen zu beseitigen. Hier ist ein erstes Beispiel: Viele erinnern sich vielleicht an die neue Magnetwalze die ich im letzten Frühjahr eingebaut hatte!? Die Alte drehte sich auf einer M8 Welle, aber die Neue bekam eine stabilere M10. Im Zentrum werden die Walzen mit zwei Muttern fixiert, die bei M10 jeweils 2mm dicker sind.
Also war der Spalt in der Mitte, bei vier Muttern um 8mm zu breit. Die Zungen liefen also nicht mehr genau über den Magnetspuren. Nun musste ich endlich mal das komplette Teil zerlegen und bei jeder der vier Muttern 2mm runter feilen.
Dabei lies ich gerade noch so viel stehen, dass genau zwei Schraubenschlüssel in den Spalt passen. Nächstes Problem:
Die Zungen waren nur provisorisch an die neue Walze angepasst, weil das Ausbauen soo unangenehm ist! 🙂 Also hatte ich sie früher nur dort gekürzt wo es vorher Probleme gab. Zudem verlor die mittlere Zunge ihre Verschleißschicht, weshalb sich die Magnete bereits tief eingefräßt haben. Diese und gefühlt 20 weitere Zungen wurden wieder mit Kunstharz und einer neuen anti-Verschleißschicht „erneuert“. Alle Längen angepasst. Die Magnetwalze wurde auch gleich nochmal neu lackiert und ge-aged. 🙂
Da jetzt die zwei linken Zungen wieder in ihrer Spur laufen, lohnt es sich auch endlich die Zweigang-Hand-Schaltung zu reparieren.
Hier laufen, von links aus gesehen, die ersten zwei Zungen jeweils auf der vorletzten Spur.Jetzt greifen“ sie jeweils die linke Spuren ab.
Das Gestänge wurde noch verschleißfest gemacht und so kamen zig kleine Arbeiten dazu… Neue, kürzere Magnete bekam sie auch! Sollte so ein Magnet z.b. beim Umschalten versehentlich umkippen, dann stellt er sich in der Regel gleich wieder von selbst auf. Der Haltebügel links wurde auch nochmal genau eingepasst und stabilisiert. Und wer jetzt denkt so eine frisch gepflegte Walze läuft ohne Probleme, hat das falsche erwartet! 🙂 Erst muss die Mechanik z.b. über Rückholfedern so eingestellt werden, dass es weder zu hart noch zu weich drauf klopft. Dann müssen die elektronischen Sensoren wieder neu konfiguriert werden, damit auch diese weder zu empfindlich, noch zu unempfindlich sind. Aber inzwischen läufts und es groovt wie`d sau! 🙂