Pavillon bajo

Gestern hab ich mich nochmal in die untere Zone gewagt. Es ist schon sehr verstörend das Chaos zu sehen, aber alles in allem kann ich schon sehr zufrieden sein! Es beginnt mit dem Weg nach unten:

Hinter dem Steingarten wuchsen die meisten Pflanzen nämlich prächtig!

Bein oberen Pavillon blüht die „Edulis“ (rote Maracuja) und unten auch:

Die Blätter sind mir zu gelb. Vielleicht Eisenmangel.

Hier hab ich erst mal frei geräumt und mit dem Eimer impfe ich schon wieder den Boden:

Zuerst bekommen immer drei Pflanzen einen Eimer Pilzsporen, über die der Boden zu nützlichen Symbiosen bereichert wird. Dann kommt ein Eimer leichte Guanolösung hinterher.

Die Papaya scheint bald durch das Dach zu schießen! Die wurde echt beeindruckend fett! Und die ersten Maracujas holen sich endlich den Rest vom Dach.

Die Bittermelonen waren schon völlig durch und haben sich schon wieder über die ganze Breite erneuert.

Jetzt fühle ich mich auch hier unten wieder wohl! Die ganzen Häuser sind mitsamt Straße ausgeblendet. Hinten rechts klettert die erste Granadilla Richtung Dach. Die wachsen am Anfang extrem langsam und werden dann irgendwann extrem schnell.

Auf dem Rückweg warf ich nochmal einen Blick über das Pavillon Alto. Das dunkle rechts ist ein Neem Baum von den Nachbarn.

Die Farne in der Abendsonne. War mir nicht klar ob sie das Fincawasser vertragen! Jetzt kann ich auch damit planen.

Supermarkt

Heute war ich gleich zwei mal einkaufen.

Erst hamsterte ich im Gemüseladen die schönsten Maracujas und holte mir Zeugs für zwei Süßkartoffelpfannen mit Papaya als Nachtisch.
Im Tiefkühlladen holte ich mir Leckereien zum frittieren, die ich gleich brutzeln musste weil mein Tiefkühlfach zu klein ist!

Mir fehlten aber noch Mayonaise, Säfte und Zitronen. Also lief ich nochmal breit grinsend den Berg hoch, Richtung Supermarkt.

Nichtmal einen Kilometer am Meer entlang, entspricht nur einem Bruchteil meiner täglichen Laufstrecke. Alle paar Minuten wechseln Sonne und Wolken und trotzdem hab ich schon mein Sonnen-Limit erreicht! Aber zum rumhängen ist es gerade echt genial!
Jetzt werde ich im Vorzelt die nächsten Maracuja Samen stecken und lausche dabei einem meiner vielen Hörbücher.

Frühsport

Am besten erledige ich möglichst die ganze Tagesarbeit bevor die Sonne raus kommt!

Meterhohe Bäume schmarotzen mein Wasser und vor allem die furchtbaren Rhizinus stehen kurz vor der Samenexplosion!
Vorher: Die braunen Dinger sind ebenfalls voll mit Samen! Wie offene, randvoll gefüllte Becher, die wie Rasseln klingen.
Nachher. Freude! Darunter kamen sämtliche Palmeritas und Pflanzen raus. 3-4 kleine Palmeritas sind vertrocknet. 2€ Verlust, hab mit mehr gerechnet!
Auf dem Meer zieht es zu. Hoffentlich keine Asche, aber der Hubschrauber fliegt noch.
Vorher. Das letzte Stück hinter dem Wohnwagen. Ein Zentner Teppich.
Jetzt kann ich zumindest wieder überall rumlaufen.
Natürlich sammeln sich wieder Berge von Biomasse an.
Eben sah es noch so aus. Um halb elf riss ich die Kleider vom Leib und setzte mich auf einen zweiten Kaffee ins Vorzelt. Erst das perfekte Lüftchen bei 25 Grad und jetzt nieselt es!
Um diese Jahreszeit freut man sich hier über jede Wolke und wenn dann der Rgen noch die Luft reinigt ist das wie ein Jackpot!
Vorher.
Nachher. Hof und Einfahrt sind auch schon aufgeräumt.

Dabei begrüssten mich einige Nachbarn, die sich richtig freuen. Sogar die Plantagenarbeiter aus dem Tal, die bisher weniger Interesse zeigten, scheinen sich zu freuen.
Jetzt kommt wieder der frische Regenduft, der an Eukalyptus und Melaleuka erinnert.

El Noche

Mit einem Tag Verspätung gab es gestern endlich die super Pizza aus Garachico! Ein Abschiedsessen für Isabel, die für eine Weile weg sein wird. Aber erst mal 45min. Wartezeit, für einen Spaziergang.

Zum ersten mal wieder so richtig intensive Meerluft!
windige 23 Grad.

Wir kommen quasi von der übernächsten Halbinsel im Hintergrund. Da draussen am Meer bläst schon ein ganz anderer Wind! Wir flitzten Heim und fielen auf Isabelˋs Terrasse über unsere Pizzen her, weil wir wollten keine drei Stunden auf einen Tisch warten. Bei meinen Nachbarn war es total windstill und nicht eine Stechmücke! Ein paar Schritte weiter, bei mir, weht ein ganz leichtes Lüftchen aus dem Norden. Nur Dank der Plantage, sonst hätte auch ich den starken Ostwind, der in Garachico ein bisschen ungemütlich war! In der Nacht saß ich noch etwas in dem Pavillon-Alto rum. Wie schön, keine Mücke! Aber auch verrückt, jetzt wo ich fast 100 Quadratmeter Moskitonetze mitgebracht hab! 😃 Naja, die kommen früh genug! Bei Nacht sieht man die grüne Höhle mit ganz anderen Augen! Umsäumt von Palmen und Farnen. Hier oben fühle ich mich wieder richtig wohl, aber unten, katastrophe! 😄

Start

Fürs Protokoll:
Sodele, die ersten Samen gehen ins Rennen:

Man muss Prioritäten setzen! Die Popenovii soll die beste Maracuja auf dem Planeten sein! Zur Sicherheit hab ich gleich 25 Stück gesetzt, die seit gestern im Regenwasser quellen. Ja, Regenwasser, extra dafür deponiert! 🙂 Hoffentlich keimem Viele, dann kann ich gleich alle Freunde damit versorgen. Es kommen ja noch mehr! Daneben stehen schonmal vier Quadrangularis. (Riesengranadilla)

Jiaogulan, teils im Wasser bewurzelt, ohne Erde- in Folie eingeschweißt transportiert und vor Ort gleich frei gelassen. Die Ersten überstanden schon ein paar Sonnenstrahlen. Das „Kraut der Unsterblichkeit“ wäre somit gesichert!
Dahinter stecken die ersten zwei Taschenmelonen und ein paar falsche Maracuja Samen in der Erde. Im großen Topf: Die Samen der besten Papaya, die ich je gegessen hab! Sie war klein, aus Ghana und innen ganz rot!

Abgekocht!

Die letzte Blumenerde war so trocken, dass eigentlich kaum noch was darin leben konnte. Dachte ich. Doch beim Abkochen krabbelten tatsächlich Insekten im Deckel!

In diese Erde stopfe ich heute Abend für über 30€ Samen, darum geh ich keine Kompromisse mehr ein! Alles wird mindestens ne halbe Stunde abgekocht.

Frangipanis

am Morgen.

Heute gönne ich mir einen freien Sonntag! Hier schimpfen die Reiher und die grünen Papageien! 😊

Unkraut 1. – Schmarotzer

Es ist das Gegenteil vom letztem Jahr, als ich es noch nie so nass erlebt habe! Heute ist es so staubtrocken, dass alle unbefestigten Wege, wie an der Schutthalde, zerkrümeln. Dafür hab ich es doch noch recht grün.

Als erstes ziehe ich meine Kreise vom Steingarten aus, der schon wieder grob befreit ist.
Die ersten „Golden Cane“ Palmeritas sehen schon aus wie Palmenbabies.
Die Riesenfächerpalme bekam letztes mal gerade ihr zweites Blatt.
Die Romanzoffizianische Kokos wachsen auch!

Die meisten Kentias sind vertrocknet, aber die wollte ich eh in Töpfe stellen, weil ich inzwischen den Platz für andere Pflanzen brauchen werde.

Ganz vorne auf der Hochebene stehen noch zwei Canarische Palmen, die vom Unkraut überwuchert waren. Die scheinen auch mit dem Schutt zufrieden zu sein!
Nr.2, mehr Canarische will ich nicht!

Jetzt kommen nämlich bald meine israelischen Riesendattelbabies, die bei Geza zur Pflege waren!

Diese drei Papayas sind hier echt dankbar! Zumindest im Sommer. Alles befreit vom schmarotzenden Gestrüpp! Diesen Bereich der Hochebene bewässere ich jetzt täglich. Vor allem wegen der Papayas, Maracujas und Kiwanos.
Die Kiwanos lagen komplet auf dem Boden rum. Mittags hatte ich die Geduld alles schön hoch zu flechten. Dann musste ich noch zig matschige Blätter abschneiden. Kiwanos haben mit ihren haarigen Nadeln den perfekten Eidechsenschutz! Die werden scheinbar am laufenden Band Früchte liefern! 7-8 sind bald fertig und unzählig weitere wachsen.
Um die Ecke stehen noch mehr.

Auch die Maracuja hab ich sicher eine Stunde lang sortiert und aufs Dach geflochten. Endlos Unkraut gerupft, bis mir das Pavillon wieder gefiel.

Die Bäume hinterm Wohnwagen haben die Avocado im Vordergrund total verdrängt. Jetzt bekommt auch diese die doppelte Menge Wasser und muss es auch nicht mehr teilen.

Verzeiht die schlechten Bilder! Scheinbar war ich näher an meinen Grenzen als gedacht! Dieses bedeckte Wetter täuscht, denn man brutzelt hier auch unter den Wolken, oder dem Calima-Staub. Die erste Vulkanasche kam auch schon bis zur Insel, aber wir hatten nochmal Glück! Es kam schon verdammt nah! Schon um 20:00 Uhr, hat es mich gestern mit leichten Kopfschmerzen nieder gebügelt und ich schlief 12 Stunden! 😃

Einkauf zu Fuß

Ab 13:00 Uhr wird es echt ziemlich warm zum arbeiten, aber das ist ok! 😅 Um die Zeit kann man gerade noch duschen, bevor das Wasser zu heiß wird! Es ist herrlich, klatschnass im Steingarten zu stehen und sich trocken fönen zu lassen! So genial, dass ich jetzt das Tor hinter mir schließen kann! Die Frische hab ich gleich ausgenutzt, um den Berg für einen kleinen Testkauf hoch zu steigen.

Oben angekommen. Zwischen die zwei größeren Gebäude kommt der L.
Im linken Block sind der Gemüse- und Tiefkühlladen. Daneben stehen noch einige Läden leer und es wäre nicht schlecht, wenn hier noch mehr Leben rein kommt!
Ein Blick zurück von ganz Oben. In der Mitte steht der Wohnwagen.
Das 3€/Kilo. Hier liegen für 4€ sehr leckere Früchte. Die sind total süß! Da werde ich noch öfter zuschlagen, weil die seh ich zum ersten mal in dem Laden! Die sind auch relativ groß!
Diese fand ich heute Morgen im Pavillon, als ich den grünen Himmel angestarrt hab. 😄 Süss-Sauer, aber für eine „Flavicarpa“ doch sehr süß!

Mir fehlen die Bienen! Auf dem Boden liegen hunderte und hunderte vertrockneter Blüten! Jetzt frag ich mal gezielt, was der Profi empfiehlt, um Bienen anzuziehen und zu halten!? 😉
Achja und Teifkühlkost bringe ich mit einer drei schichtigen Isoliertasche gut nach Hause. Dabei bleibt das Eis knatterhart!

Moin

Mein erster Moment ohne Kopfweh! Stille, Wärme und Mangoduft!

Ja, mein deutscher Funkwecker ist immer noch verwirrt und geht einen Monat vor. 😄

Mit der Zeitumstellung steh ich hier ziemlich früh auf. Strom und Kühlschrank gecheckt, läuft super!
Letzten Abend war ich mit Geza und Isabel essen und auf heute haben wir schon die beste Pizza der Welt im schönen Garachico geplant.
Beim Essen berichtete Geza von der besten Neuigkeit: Direkt neben unserem Gemüsehändler wird ein Lidl eröffnet. D.h. nach meinen 150m Garten, geht es nur noch 200m den Berg hoch und dann werde ich fast alles greifbar haben, was man so braucht. Zentraler könnte meine stille Idylle kaum liegen und ich werde hier unten keinen Unterschied wahr nehmen.
Ich zehre immer noch von der Freude unserer Begegnungen! Chris und Deby hab ich auch schon besucht und das war so schön! Auf meinen Chris bin ich richtig stolz, weil er so eine traumhaft schöne Finca aufgebaut hat und immer noch baut! Bzw. er restauriert ein uraltes traditionelles Häuschen.
Mein Geza hütet meine Pflanzenbabies und hat schon die ersten Artemisias im Boden stehen. Isabelita füttert mich mit Mangos durch und bringt etwas Leben ins Tal. 6:45 Uhr und immer noch stockfinster! 😏