Wenn der Bagger baggert

Dann waren da noch zig tonnen Steine aus dem Weg zu räumen. Einen Tag wuchtete ich ja wie ein irrer große Mengen durch die Gegend, doch es war einfach nicht zu schaffen! Vor allem die Zeit die dabei verloren geht..
Die Tage unterstützten mich so viele Nachbarn, vielleicht weil sie meine Verzweiflung gespürt haben, ich weiss es nicht. Jetzt bekomme ich z.b. einen Kompressor vom einem Nachbar und eine Sprühpistole vom anderen, damit ich bei meinem Tor- Anstrich, Zeit und Farbe sparen kann. Und heute machte mir Selique mit seinem Bagger ein freundschaftliches Angebot. Vier Stunden scheuchte ich ihn damit kreuz und quer über meine Campo! 😀
Einmal saß ich fünf Minuten lang mit im Bagger. Übel! Was für eine grauenvolle Arbeit! Allein das Geschüttel macht einen fertig, weil man wahnsinnig viel Energie allein zum Sitzen braucht! Und der heizt ja schon ganz schön schnell hin und her um die Massen in den Griff zu bekommen. Jede Schaufel 1,5 Kubikmeter und das waren viele viele Schaufeln heute. 🙂

Hier lagen noch richtig viele Steine in der Gegend rum, wobei der erdige Teil links bereits abgräumt war.
In der Mitte hab ich nun einen mega Berg! Alles ist nun Möglich! Plattformen, Mauern, Hügel, Höhlen, Brunnen, Wasserfall… mal sehen..!
Hier ist mein fertiger Graben. Eine Arbeit vor der es mir gegraut hat!
Denn wie befürchtet, lagen mega Felsen im Weg!
Auch für Klaus – dem Amigo und nicht dem Baum – gibt es tolle Neuigkeiten: Sein Gelände scheint nun doppelt so groß und vor allem steht es auf schönem Erdreich und nicht auf problematischen Felsen. Das spart sehr viel Mühe, Arbeit und Material!

Klaus (der Baum)

Bevor ich zum erfolgreichen einsetzen meines tollen Orangebaums „Klaus“ komme, möchte ich etwas ausholen: In letzter Zeit drückte es mich fast an die Wand, weil ich mich völlig überfordert gefühlt hab! Es gibt noch so wahnsinnig viel zu tun und mir läuft die Zeit davon. Dabei bin ich mit den Gedanken auch schon halb bei meinen ersten Auftritten, die bereits am 1. Mai starten. So vieles hatte bisher noch nicht geklappt und viel Arbeit liegt noch fast ungreifbar und unvorstellbar vor mir. Z.b. weitere 40 Meter Graben ziehen und Leitungen zu verlegen… Man kann sich gar nicht vorstellen was dabei auf einen zukommt, weil man dabei immer wieder auf diese riesen Felsen stösst. Ich stecke so oft fest und schon wieder ist ein Tag rum… Zugleich muss ich sehr behutsam auf jeden Finger und jedes Gelenk achten, denn in Kürze geht es auch in Deutschland gleich richtig „übel“ zur Sache! 😀 Also Gas geben und locker bleiben zugleich. Und üben! Dann noch die vielen Entscheidungen… Letzten Freitag hat es mich echt umgehauen und ich lag den ganzen Tag mit Kopfweh und Übelkeit im Bett. Aber macht euch keine Sorgen! Es gab auch einen heftigen Wetterumschwung und mein Körper holt es sich einfach, wenn ich je die Grenzen überschreiten sollte! 🙂
Heute gingen so viele „Knoten“ für mich auf! Einer davon, waren meine bisher unerreichbaren Traumpflanzen, die ich im letzten Beitrag endlich mit Freude vorstellen konnte! 🙂
Einer war mein großer Orangenbaum: „Klaus“, den man als Mensch keinen Millmeter von der Stelle bewegen konnte!
Doch heute haben wir ihn mit Hilfe des Baggers gesetzt.

Dafür brauchten wir erst ein richtig großes Loch.
Gibbo kam mit seinem fetten Gurt und gab mir eine Hand! So konnte man ihn mit dem Vorschlaghammer von seinem Topf befreien. Der Topf ist noch heil und löst somit einen weiteren Knoten, weil ich nicht mehr alle Bäume entgültig versorgen kann.
Dann setzten wir ihn mit dem Bagger in den Boden.

Jedoch gab es für mich ein Problem! Als Bonsai Freund sehe ich ganz genau wie er stehen muss. Mit der Spitze ganz genau von der Küste abgewendet, doch er drehte sich mit seiner Wucht um 45° zur Seite. Selique und Gibbo waren überzeugt, dass der Baum sterben muss, wenn man ihn nochmal aus dem Boden reissen würde. Doch ich dachte mir, das regt mich jetzt für den Rest meines Lebens auf, wenn ich das nicht wenigstens probiere, ihn wieder zu richten. Wir diskutierten lange und ich setzte mich mit den Worten durch: „Lieber tod als verdreht. Das wird jetzt gemacht und fertig!“ 🙂 Awa, kein Problem! Selique hebte ihn 10 cm an, ich drehte ihn mit einem Spaten zwischen den Ästen, ablassen und fertig.
Jetzt steht Klaus wie es seiner würdig ist! In der Mitte und genau von der Küste abgewendet, als wäre er windgepeitscht.

Danach fragte ich beide: „seht ihr das nicht?“ Doch sie bestätigten meine Wahl eindeutig! Vielleicht hatten sie aber auch nur Angst, dass ich ihn nochmal versetzen will!? 😀

Endlich Maracuja…

…und Papaya und vieles mehr! Heute Morgen fuhr ich mit Geza Richtung Puerto und wir zeigten uns gegenseitig die verschiedenen Gärtnereien die wir bisher gefunden haben. Nun fand ich endlich meine Traumpflanzen, nach denen ich wochenlang vergeblich gesucht hatte!

Drei Papayas, die nur etwa zwei Meter hoch werden. Ideal für das Beet, hinter dem Eingang!  Ich sehe schon immer eine Dreiergruppe vor meinem inneren Auge! 🙂 Sie werden in verschiedener Höhe nebeneinander plaziert… Später sehen sie fast wie natur- Regenschirme aus. Plus fette Früchte am Stamm.
Vorne stehen zwei kleine Maracua Pflanzen. Sogar eine rote ist dabei, die süßere Früchte tragen wird. Der Fensterblatt dahinter trägt hier übrigens auch sehr leckere Früchte. Sie kommt unter den Palmen an die Aussenmauer…
Hier stehen nochmal zwei Maracujas die bereits über 1,50 cm hoch sind. Bald dürfen sie zu viert mit einer Bouganville um den Zaun kämpfen. Links davon, eine neue Blume, die aber bereits zum „schlafen“ ihre Blüten eingefahren hat. 🙂 Ganz links, eine Glückspflanze, die mir Geza neulichgeschenkt hat.
Ein weiteres Highlight sind für mich diese hübschen „Farbpinsel“ die auf dem schwarzen Pikon sicher schön leuchten werden. Alles echt günstig! Diese hier gabs z.b. für 1,25 € das Stück und sie werden etwa 80 cm hoch.

Richard

Endlich traf ich heute wieder Richard, den Chef vom Rikarepa.

Richard spricht super Englisch, aber ich verstehe ihn auch relativ gut, wenn er Spanisch spricht. Unsere Unterhaltungen sind immer sehr anregend… Sobald ich mit meiner Musikmaschine richtig am Start bin, werden wir gemeinsam ein Konzert im Rikarepa veranstalten. Bei Erfolg gäbe es ja in Puerto de la Gruz noch einen Rikarepa. 😉
Es sind übrigens Restaurants die auf venezuanische Küche spezialisiert sind. Sehr interessant, sehr lecker und günstig!

Geza

Noch ein lieber Freund und mein nächster Nachbar, den ich euch vorstellen möchte:

Geza machte vor etwa 7 Monaten den Sprung auf die Insel, wo er sich gerade sein Paradies einrichtet. Er sammelt gerne Steinherzen:

und kreiert auch Herzen:

Und das passt auch sehr gut zu seinem Wesen! Ein sehr ruhiger und friedliebender Zeitgenosse, der selbst den schädlichsten Käfer sehr sehr behutsam von seinen Blüten hebt. 🙂 Ich dagegen schnipp die Dinger weg, dass sie nur so rumfliegen. 😀
Geza knipste mir ein Bild von derselben Pflanze, die mir mein Freund Klaus neulich geschenkt hatte. Quasi sowas wie eine Vorschau.

Er hat teils ganz ähnliche Ideen, ist aber mit der Umsetzung schon viel weiter und inspiriert auf eine ganz andere Weise. Hier ist z.b. ein Bild von seinem Mini- Privatsand- „strand“.

Unter dem Glas kann sich der schwarze Sand schön aufheizen und wenn er am Abend Lust hat, kann er sich reinlegen und die strahlende Wärme geniessen. Find ich klasse!

Dann gab es noch eine Menge zu entdecken, was den Rahmen für einen Beitrag bei weitem sprengen würde… oh und liebe Katzen! viele Pflanzen: Baumwolle, Guaven, „irre Kirschen“ – die fast wie Erdebeeren schmecken …viele wilde Tomaten – supermini und superfein! Bei mir stehen heute plötzlich vier davon. 🙂
Das nächste mal muss ich einen Notitzblock mitnehmen, denn ich bekam heute schon einen kleinen Informationsstau! 😀
Eines find ich noch bemerkenswert: Wir trinken beide sehr viel Wasser und haben „zufällig die selben drei Steine in unseren Glaskrügen: Amnethyst, Bergkristall und Rosenquarz. Die Kritiker dürfen uns dafür schimpfen was sie wollen, aber wen es  interessiert, was uns dazu bewegt, dem sei empfohlen nach folgender 3sat Sendung auf Youtube zu suchen: „Wunder Wasser – unser Wissen ist ein Tropfen im Ozean“.
Apropo`s Wasser: Heute lud mich Geza ein, gemeinsam mit ihm zur Quelle zu fahren, um uns mit frischen Quellwasser einzudecken. 🙂

Meine erste Ratte…

…in einer Lebendfalle:

Heute früh hörte ich es bereits vom Bett aus, wie die Falle zu schnappte. 🙂 Später schaute sie mich dann mit großen Augen an. Kurz nach meinem Kaffe packte ich das ganze in eine Tüte und dann gings zu ihrer letzten Fahrt!
Nein nein, erst fertig lesen, bevor der Shitstorm auf mich einhagelt! 😀
Wir fuhren zusammen den Berg hoch, bis wir in der Pampa waren, wo ich sie natürlich wieder laufen lies. Sie war nach der Rollerfahrt so blitzschnell verschwunden, dass das Fotografieren unmöglich war! Happy day, viel Glück bei deinem zweiten Leben!

 

Loch

Heute entdeckte ich das Problem, vor dem mich viele Freunde und Nachbarn gewarnt hatten: Ein Loch im felsigen Boden, in dem das komplette Erdreich, wie in einer Sanduhr verschwinden könnte!

Und das nur einen Meter von meinem neuen Beet, „am Meerblick“ entfernt.

Hoffentlich ist mir derselbe Fehler nicht unter meinem Beet passiert, denn dort musste ich die Steine sehr hektisch zusammen kratzen, einen Tag bevor der Bagger kam. Der große Garten steht ja zum Glück auf dem alten Erdreich! Da kann so etwas nicht mehr passieren.

 

Der neue Garten in der Ecke „Meerblick“.

Der neue Garten in der Ecke, die ich bereits mal als Meerblick bezeichnet hatte, nimmt auch langsam Gestalt an. Daneben ist das Gelände aber noch richtig roh! Seit langem betrachte ich die Sonnenuntergänge immer von verschiedenen Stellen, um den besten Platz für diese Stunden auszusuchen. Später entsteht dafür eine erhöhte Plattform. Vielleicht rund… Zuerst dachte ich eben an die Stelle in der Ecke, stellte jedoch fest, dass man dort vor allem das Nachbargrundstück und die Nachbarhäuser besser sieht, aber deshalb auch nicht mehr vom Meer. Am unteren Grundstück wächst sogar ein Baum direkt in die Aussicht. All das bleibt einem erspart wenn man z.b. über dem neuen Gärtchen sitzt, also rechts, wo nun die rote Erde liegt. Das Gärtchen darunter verdeckt dann nur die Nachbarhäuser. Auf der unteren Aussenmauer kann man nach wie vor bis in die Ecke laufen.

Auf dem Weg zu dieser Baustelle entdeckte ich die Tage eine wilde Tomate, die einfach so aus dem Boden schießt. Meistens sind das hier sehr leckere, recht kleine Tomaten.

Efrén

Heute bekam ich gleich mehrmals Besuch… Z.b. von Efrén, den ich mehr oder weniger auf der Straße kennen lernte. Wenn mich nicht alles täuscht hatte ich ihn hier sogar schonmal erwähnt. Es hat jedenfalls beiderseits gleich beim ersten Blickkontakt gefunkt“. Einfach wegen der Energie, wie er mir heute erzählte. Mir gings genauso!

Wir lieben beide täglich Sport, nur mit dem Unterschied, dass er neben dem Laufen auch noch Kampfsport betreibt. Ein Kickboxer, dessen Videos mich sehr beeindruckt haben. Das tut echt ganz üble Schläge bei ihren Kämpfen! 😀 …die sind ja auch noch jung. 😉

Efrén war mit seinen beiden Jungs unterwegs, die sich hier vergnügt austobten. Ich war gerade dabei mein Tor zu streichen. Kurz nachdem sie wieder abgezogen waren, zog es ihn wieder zurück und er fragte mich, ob ich noch einen Pinsel für ihn hätte. Dann malten wir gemeinsam an meinem Tor rum.
Voll lieb, oder? 🙂

Verzeiht mir, aber ich hab natürlich schon wieder die Namen vergessen. 🙂 Der größere konnte mit seinen 10 Jahren bereits fleissig beim Übersetzen ins Englische und umgekehrt helfen.

Vielleicht ist euch schon die dunkelgrüne Farbe aufgefallen!? Wäre jetzt vielleicht nicht meine erste Wahl, aber es passt eigentlich ganz gut in die Natur. Allerdings hab ich mich für die Farbe entschieden, damit es einer alten Tradition auf der Insel gerecht wird und damit möchte ich zeigen:
„Somos nosotros“ – „Wir sind zusammen“, oder „wir sind eins“, wenn man das überhaupt so wörtlich ins Deutsche übersetzen kann. Sinngemäß ist es das!