Wie so oft…

…schreibe ich mal wieder von der letzten Samenlieferung. 🤣 Diesmal aus Portugal und sie kamen viel früher als versprochen!

Vor allem war die Passiflora Incarnata eine Pflicht, weil die mir versehentlich durch die Lappen ging! Diese spendet, wie hier schon beschrieben, mit ihren Blättern, einen gut verkäuflichen Medizintee! Zur Beruhigung und gegen Angstzustände.

Die Quadrangularis ist nochmal die Riesengranadilla, an der mir sehr viel liegt. Dieselbe Sorte, aber von einem anderen Händler, kam bereits auf der Insel an. Jedoch will ich unbedingt sicher gehen, dass das klappt! Die Früchte können bis zu 30cm/3kg schwer werden, haben eine essbare Aussenschicht, die wie Melone schmecken soll und ein Zentrum, das vom Volumen her, mindestens 10 – 30 „normalen“ Früchten entsprechen sollte. Auch das schmeckt angeblich traumhaft lecker!

Die Unterste, die eigentlich keine Maracuja ist, könnte der Mexikanischen, sogenannten „Chinesischen Sorte“ entsprechen, aber vielleicht ist es auch nochmal eine neue Facette der ganz besonderen Melonen.

Vampirfreie Zone!

Das erste Moskitonetz ist fertig! Der Rohling hatte 3 x 3m. keinen Eingang und auch nichts was das Netz am Boden hält.

Gefummel! Schritt eins: Ein 1,80m. Reissverschluß genügt mir für eine einfache Ausführung.
Auf der anderen Seite ist der Stoffsaum zum befüllen noch offen!

Für den nächsten Schritt, schnitt ich einen 13m. langen Stoffstreifen zu. So einen langen Stoff hatte ich nur, weil ich den ersten Polsterstoff verworfen hatte, den ich damals für den Wohnwagen gekauft hab. 2018 dachte ich mir: Dein Tag wird auch noch kommen.
Gestern freute ich mich auch über meine Betriebsinvestitionen 2021: Die große Schneidematte und die neue Nähmaschine mit Oberfußtransort.
Mit dieser Aktion hab ich mir jetzt zwei Möglichkeiten geschaffen: Entweder stecke ich einen Wasserschlauch in diesen Saum, oder befülle ich ihn mit Sand.
Wahrscheinlich Letzteres, damit es weniger störrisch wird.
Angenommen ein Sturm hebt das Moskitonetz doch ab, sollte der Bodensaum nicht zu schwer sein und damit das Netz beschädigen. In der Not soll sich das Ganze lieber schadfrei anheben, aber gleich wieder absinken, wenn der Wind nachlässt. In diesen Momenten kommen eh keine Moskitos!

Dank dem Gegengewicht, kann man das Netz jetzt über Gummibänder, schön in seine Kastenform spannen. Perfekt für die Pavillons und für das Vorzelt! Damit hab ich mir einen Traum der letzten Saison erfüllt: Mückenfrei das Abendrot mit meiner Sitar zu bespielen, anstatt in den Wohnwagen flüchten zu müssen!
Vor Ort hab ich dann immer noch die Möglichkeit zusätzlich einen kleinen Türrahmen aus Holzleisten einzubauen, damit man schneller, unbeschwerter, oder auch mal mit einem Tablett in den Händen ein und aussteigen kann.

Ernte

Jetzt ist das gröbste Beifuß Kraut abgeerntet.

Die Größte kam auf 1,50m. aber sie sind schon sehr filigran.

Das war jetzt echt eine gute Erfahrung, aber den Schwerpunkt werde ich kaum auf diese Pflanzen legen.

Leider hat der Wind heute einen Teil weggeblasen. Nicht schlimm aber es verfälscht meine ersten Erfahrungswerte.

Die Artemisia Annua duftet eigentlich sehr lecker, wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat!

Logistik

Jetzt stecke ich schon richtig in den Vorbereitungen. Weil das Zeitfenster von einer Woche immer enger wird, muss ich auch immer schneller lernen. Sollte ich was Neues entdecken, könnte ich das gerade noch schnell bestellen. Es ist so lustig, weil ich gerade von einem Thema ins Nächste schlittere. 😄 Über Erde, Kohle und Mikroorganismen, kam ich zu Themen wie Sauerkraut, oder Kombucha. 😃 Eben kam ein Paket:

Das sind meine Folienkanister, mit denen ich die Mikroorganismen Luftfrei lagern kann. Sie haben einen weiteren Vorteil: Mein Kühlschrank ist klein und diese Beutel passen sich an jedes kleine Fach an. Geht auch für Saft, darum gleich mal 20 x 3l. Beutel. 80cent/Stück find ich nicht schlecht und das ist doch die beste Methode Flüssigkeiten Luftfrei zu halten, oder fällt euch was Besseres ein?

Das Buch hatte ich nicht bestellt, das war eine nette Dreingabe. So komme ich schon zu dem nächsten Kapitel. Es geht um Säfte und Fruchtweine. Viele Rezepte und Techniken, die man sicher für unsere Früchte variieren kann.

Dann brachte ich Mission RT. hinter mich und holte dort ein Paar meiner Didges, für meine Schüler und Schülerinnen auf der Insel.

Zum Glück sehen sie bis auf das Mittlere noch supergut aus. Das in der Mitte hat sogar schon einen Ledergriff, aber leider einen angeschabten Streifen am underen Ende. Die Längeren sind auf E gestimmt, die kleinen auf F. Genial für Anfänger und das Kleine spielt sogar wie von selber! Dann beibt hoffentlich jeweils eins für mich, bzw. für Lehrer-Schüler Duetts.
Links hätte ich noch ein perfektes Masterclass, wenn das noch mit rein passt. Und zwei kleine Anfänger Yidakis in F.
Rechts noch ein F und zwei in E.
Ein E ist schon auf der Insel.

Früchte

Erst mal die schlechte Nachricht: Meine kleinen Mangos wurden von den Ratten gefressen.

Es ist insofern schade, weil ich mit den ersten Testfrüchten entscheiden wollte, ob ich die einzelnen Sorten behalten oder austauschen werde.

Bei größeren Bäumen ist das kein Problem mehr, weil die Tiere dann gar nicht mehr ran kommen werden. In der kommenden Saison werde ich die Blüten abschneiden um erst mal den Wachstum zu fördern. Das Baum Schneiden wollte ich halt vorher ausführlicher studieren.
Bleibt noch die Vorfreude auf die Maracujas. Gestern kaufte ich mir zwei sauteure von den Gelben:

„Pasiflora edulis flavicarpa“, konnte ich an der Kasse angeben. 😄
Sehr sehr lecker! Hoffentlich gibt es ganz Viele über den Winter.

Ehrlich gesagt, hab ich ein bisschen Bammel vor dem ersten Rundgang! Sicher gibt es ein paar Erfolge, aber jedes Schätzchen das gelitten hat, wird mir auch weh tun!

Bangen wegen dem Vulkan

Wie ich der Flut an persönlichen Nachrichten entnehmen konnte, haben anscheinend viele bereits erfahren, dass gestern auf unserer Nachbarinsel La Palma ein Vulkan ausgebrochen ist. Bis zu 100 Meter hat es Lava und Gestein in den Himmel geschleudert und er verschüttete auch schon einige Fincas unter sich. Das gibt einem schon zu denken! Meine Finca liegt recht günstig, falls so etwas je bei uns passieren sollte, was aber eh sehr unwahrscheinlich ist.
Zum Glück blasen die Passatwinde normal genau in die andere Richtung! Aber manchmal kommen die schlimmsten Stürme auch aus dem Westen, also genau von La Palma und das könnte eine Landung unmöglich machen. Wird schon klappen!

Ansonsten versenke ich viel Zeit mit der Suche nach Ideen und Informationen über Mikroorganismen. Die wichtigste Frage: Wie kann ich Stammlösungen selber herstellen, falls mir die Ursuppe ausgehen sollte. Nach längerem Suchen hab ich tatsächlich etwas gefunden zu Lactobakterien. Erst mit Reiswasser, dann 10 fach mit Milch verdünnt. Die Lactobakterien „fressen“ dann die Laktose. In diesem Zug könnte man vielleicht mit weiteren Bakterien, über Hefe, Sauerkrautsaft, Sojabohnenpaste und weiteren experimentieren. Man könnte auch über eine Hand voll Waldboden das Spektrum erweitern. Das ist also ein ganz spannendes Thema!
Vorerst versuche ich natürlich aus den Urlösungen so lange wie möglich weiteres Leben zu vermehren. Das müsste doch auch mit geringeren Dosen klappen!? Z.B. 100 statt 300ml auf 10l. weil die Bakterien ernähren sich ja von der Zuckerrohrmelasse und das so lange sie Nahrung haben. Dann dauert es vielleicht länger, aber theoretisch müsste man das doch unendlich runter geizen können, fragt sich mein Laienverstand!?
Dabei gibt es ein grundsätzliches Problem, mit allen Flüssigkeiten, vom Prozess, den Konzentraten und der fertigen Lösung: Sie sollten nicht mit Luft in Kontakt kommen, weil sie sonst nicht sehr lange leben. Die Lösung: Folienkanister mit Hahn, wie sie für die Weinkartons angewendet werden! Sie haben ein praktisches Hähnchen und ziehen sich beim ablassen einfach zusammen. Sollte etwas nachgären könnte man Raum lassen, ebenfalls ohne Luft! Eigentlich genial! Die sind bereits günstig bestellt. 🙂 Und so muss es jeden Tag einen Ruck nach Vorne geben, denn bald schon, sollte ich den Karton auf die Insel schicken.

Sammeln und Packen

Jetzt gehts mit den Vorbereitungen in die nächste Runde. Das meiste Zeugs ist bestellt und wird für meine Packlisten bereits abgewogen. Zugleich lerne ich noch viel Neues um noch schnell die Prioritäten zurecht zu schieben. Es geht z.b. um die Mikroorganismen, ob man die nicht ähnlich dem Sauerteig immer wieder aus denselben Stämmen züchten kann!? Das würde mir natürlich etliche Kilos an Flüssigkeiten sparen.

Von dem Neemöl werde ich sechs 1l. Kanister schicken, weil das darf nie ausgehen. Bei Bedarf kann ich damit auch mal Freunden und Nachbarn aushelfen. Mikroorganismen werde ich noch mehrere Marken sammeln um möglichst viel Stämme zu kombinieren. Die meisten Hersteller geben weder an welche, noch wieviele Bakterienstämme in ihren Produkten stecken. Je mehr desto besser!
Das im Hintergrund ist meine traumhafte Hängematte. Davor zwei Packsäckchen für das Zubehör, meiner zwei neuen „Tarp“ Zeltplanen.
Beide sind 3 x 5m. groß, mit Saum und reichlich Ösen. Innen sind Beide silber beschichtet. Damit sind das meine ersten Vordächer die wirklich wasserdicht sein sollten und einen besseren Schaten geben sie auch!
Eins davon spanne ich wahrscheinlich ins Vorzelt um es diesmal wirklich trocken zu halten. Ein richtig kühler Schatten zählt zu dem höchsten Gut auf meiner Finca!
Auch das hat mir gefehlt: Große Moskitonetze für das Vorzelt und die Pavillons.

Wie oft wollte ich im Vorzelt zum Abendrot Sitar spielen und musste aufhören, weil die Mücken über mich herfielen. Nächstes mal hab ich drei Versionen im Gepäck: 2 x 2m. 3 x 3m. und 3 x 5m. Passend dazu 6m. Reißverschluß und Stoffe, aus denen ich Sandschläuche nähen werde. Diese sollen an der unteren Kante entlang laufen, damit es die Netze nicht beim ersten Lüftchen wegbläst!
In die Größeren würden auch ganze Sitzgruppen evtl. mitsamt kleiner Aussenküche passen. Damit kann man die schönsten Stunden unbeschwert draussen genießen. Davor und danach sind Mücken kein großes Thema mehr.

Dann stellte ich mit entsetzen auf meiner Checkliste fest, dass mir noch die wichtigste Maracuja Sorte fehlt! Passiflora incarnata sollte aus medizinischer Sicht die wertvollste Sorte sein! Auch ihre Blätter werden als Tee verkauft. Als Beruhigunsmittel, gegen Angstzustände und für einen besseren Schlaf. Bei der Suche danach entdeckte und bestellte ich heute Vormittag bereits weitere 3-4 neue Sorten.

Mikroorganismen machen den großen Unterschied!

Wow, mir scheint, mit diesem Thema hab ich ein großes Faß aufgemacht! Kurz erklärt, egal ob in uns oder um uns herum, sind etwa 80% aller Bakterien Mitläufer. Der Rest kann sich z.b. in positive und negative Bakterien aufteilen. Wenn die Positiven im letzteren Spektrum überwiegen, „kippen“ die „80% Mitläufer auch ins Positive um und umgekehrt verhält es sich mit den Negativen genauso! Wie sieht es in uns wohl aus, in unserer antibiotischen Welt?
Manchmal suche ich mir längere Videos aus, um z.b. während einer größeren Kochaktion nebenher Neues zu lernen. So wie dieses hier, das allein schon meine Sicht auf diese Dinge stark verändert hat. Was für ein Potential da drin steckt, es könnte unser Leben auf so vielen Ebenen verbessern und bereichern!

Danach sah ich gleich noch den nächsten Vortrag an und der hat nochmal eine Schippe drauf gelegt!

Ich weiß, das ist viel Zeit, aber es könnte vielleicht die best investierte Zeit eures Lebens sein. Es geht ja auch um unsere Gesundheit! Und da gäbe es noch viel viel mehr!

Gelöchert…

…von Fragen.

Gestern hatte ich in Neckarsulm den letzten Auftrag für diese Saison. Es war schön und natürlich wurde ich wieder von begeisterten Kids umzingelt! In manchen Momenten löcherten sie mich regelrecht mit Fragen! 4 – 6 gleichzeitig! 😄 Es bedeutet mir viel auf sie einzugehen und sie gewissenhaft zu beantworten! Vielleicht ist das ein bedeutsamer Moment in ihrem Leben!? Die Kleineren fragen dann so Sachen wie: „Warum ist da ne Diskokugel?“, „Warum ist da ein Rad?“ usw. Dann muss ich mir blitzschnell kompake Antworten einfallen lassen, wie: „Damit die Kinder sich freuen“, oder: „sieh her, das ist das Schwungrad und das treibt den Rest an“. Weil es bretterten während der Antworten, schon die nächsten 3-4 Fragen auf mich ein! 😃 Die Eltern grinsten wissend und versuchten mich zu erlösen, indem sie weiter zogen. Doch dann hörte ich wie die Fragen, nur jetzt an die Eltern gerichtet, einfach weiter sprudelten. Glaubst, nach fünf Minuten kamen alle wieder zurück und das Ganze ging wieder von vorne los! 😆 Die zwei Elternpaare setzten sich und genossen offensichtlich die paar Minuten Pause, die ich ihnen verschafft hatte. Stellt euch dazwischen Szenen vor wie: Kleine Krabbler, die auf dem Boden kniend in die Tuba kreischen, bis man dem Tinitus nahe kommt. Ein Anderer versucht gleichzeitig die Maschine wegzuschieben, um zu prüfen, ob die wirklich zum Fliegen zu schwer ist. Also ein totales Drunter und Drüber! 🙂
Ich erinnere mich sehr gut an meine Kindheit! Manchmal hatte ich Mitleid mit den Erwachsenen, weil ich sie wie langweilig und vertrocknet wahrgenommen habe, aber vor allem, weil sie überhaupt nichts mehr zu Spielen hatten! Sie hatten es offensichtlich verloren! Wenn ich ihre Worte nicht mehr verstand, kam es mir irgendwie vor wie ein Schwarz weiß Film! Nur ganz Wenige behielten ihre strahlende Farbe. Das waren dann diejengen, die zu mir auf Augenhöhe kamen und mir die Dinge so erklärten, dass ich sie verstand!
Heute seh ich genau wie die Kinder zu mir aufschauen und deshalb ist mir das so wichtig, kein Einziges davon abzudrängen! Ich möchte nämlich meine Farbe nicht verlieren! 🙂

Charapita

Sie sind da!

Hab natürlich gleich eine probiert und im linken Tütchen sind die Samen daraus. Die Schärfe wurde mit 10+ beschrieben und darum hab ich mir das schärfer vorgestellt! Die erste war schon feurig, eigentlich genau richtig! Man sagt ihr ein rauchiges und fruchtiges Aroma nach und davon hab ich jetzt nicht so viel gespürt. Vielleicht kommt das Aroma beim Kochen besser zur Geltung, wenn einem nicht gerade vor lauter Schärfe die Geschmacksinne wegbrennen!? 🤪
Ganz frisch schmecken sie sicher auch aromatischer und wenn man genug davon hat, kann man die scharfe Gebärmutter, also den inneren Stamm mit den Samen, auch weglassen und dafür ein Paar mehr nehmen.

So sieht also die letzte Lieferung aus. Am meisten freu ich mich auf die Taschenmelonen, die wilden Papaya und die Passionsblume. 😊