3. Fass

Um halb Sechs stand ich schon vor den Katzen auf und machte mich beim ersten Tageslicht an die Arbeit! Ich war gespannt, was meine verregnete Heissrotte macht und ob meine Würmer abgesoffen sind! Immerhin sammelte sich 15 cm Regenwasser in den Kübeln an und die Wurmkiste hat noch keinen guten Ablauf!

Die Heissrotte wurde ja mit vielen Schubkarren nachgefüllt und immer wieder umgehäuft! Dafür sieht es schon wieder winzig aus!

Im Innern ist es noch warm, doch fehlt das Grünzeugs um das Ganze nach dem Umhäufen nochmal anzuheizen!

Es wirkt fast schon halb vererdet und riecht noch gut! Doch jetzt muss ich entweder auf frischem Grünzeugs umhäufen, oder alles für Stufe Zwei ins Fass stopfen!

Heute wirds wieder schön! 😊

Wenn man bedenkt, dass die Heissrotte mehrfach nachgefüllt und noch mit zwei knappen Schubkarren Kaktus angehäuft wurde, ist es kaum zu glauben, dass das Alles ins Fass gestampft werden kann!

Es lagen noch verregnete Schalen mit Weizenkeimresten rum! Problemstoffe, wenns ums aufräumen geht, aber perfekter Kompost!

Das Fass wurde mit dem matschigen vorverottetem Zeugs so dicht gestopft, dass ich mit wenigen Eimern Regenwasser, plus 2,5l. Mikroorganismen auskam! Die ersten zwei Fässer musste ich noch mit dem Schlauch befüllen! Jetz kommt das Beste: Zwischendrin prüfte ich den zweiten Eimerkompost, der mit Kakteen befüllt wurde:

Das Zeugs wurde nach nichtmal zwei Wochen so schön durchfermentiert und riecht wie Essiggurken! Also, warum soll ich das Ganze überhaupt noch in die Heissrotte mit rein schnipfeln?

Mit Hacke und Schubkarre ging es in den Mangogarten, wo ich keine Kakteen sehen will! Bisher ein richtiges Problem, weil diese Biomasse weder trocknet noch verrottet!

Das Zeugs wuchert, wurzelt neu und fällt teilweise auf die nächste Terrasse, wo es weiter wuchert!

So wie hier!

Ruckzuck ist die Karre wieder sauschwer!

Kurz mit der Hacke durchgehen.

Ins Fass, nochmal kurz gehackt und festgestampft!

Das Fass ist so voll, dass ich das eingesickerte Wasser mit dem 5 Liter Kännchen auffüllen kann. Regenwasser ist natürlich super für die Emˋs!
Jetzt, die nächste Aufregung: Wie gehts den armen Würmern?

Es war auch hier Zeit zum Handeln! Die Mistgabel wurde zu einem meiner wichtigsten und beliebtesten Werkzeugen! 😃

Es ist unfassbar! Wisst ihr noch wie bunt der Eimerkompost vor Kurzem noch war? Das folgende Bild knipste ich vor 11 Tagen!

Damals siebte ich nur eine dünne Deckschicht Erde drauf, weil ich möglichst unvermischte Ergebnisse sehen wollte!

Jetzt kann ich mit der Mistgabel drin rumrühren und ich finde fast keinen Kompost mehr, sondern viel schöne krümelige Erde! 😳

Und Würmer! Rennwürmer! 😃

So schnell, dass man sie kaum mehr fotografieren kann! Unzählige Winzlinge, die in sekundenschnelle abtauchen!

Heute lass ich wieder ein paar Stunden Luft ran, bevor wieder ein Flies drauf kommt. Ab jetzt kommt kein Krümel Erde mehr als Deckschicht drauf, sondern gleich fermentiertes Unkraut aus Fass 1!

Das große Auspacken.

Erst mal das Morgenrot auf meinem Hang anschauen und für den Tag danken!

Calima im Anmarsch!
Ich liebe diese Finca und freue mich wie schön es sich entwickelt! Die Temperaturunterschiede sind gewaltig!

Inzwischen gibt es so viele Regale und Stauraum, dass das Aufräumen sogar Spaß macht!
Meine große Adler steht seit heute direkt hinter der zweiten Containertüre! Jetzt kann ich quasi im Freien nähen! 😊

Von so einem Arbeitslicht träume ich seit Jahzehnten!

Die Transportkisten sind zerlegt und für Finca Verhältnisse, hab ich ein tolles Magazin an Material und Werkzeugen!

Alle sind glücklich, nur der anhängliche Haruto fordert den ganzen Tag Liebe! 🥰 Nein, es müssen schon beide Hände sein! Nein, nicht aufhören! Nein, die große Türe! Nein Jetzt! 🤪 Der große Bruder entwickelt jetzt auch einen grösseren Wortschatz und klingt total süß!
Den kann ich nachts einfach wie ein Kissen neben mich hin werfen und er genießt das total! Der ist nicht so pinkelig! 😃 Dafür gibts Stubenterror! 🥷🐾

Das Leben ist so Energie geladen!

Mein zweites Bett hängt jetzt an zwei Gurten unter dem Dach und kann sämtliche Kunstoffdidges, Schirme und mehr aufnehmen! Darunter hat man immer noch über 2m. Raum!

Der Wagen mit den großen Rädern wird zum Fincatransporter ausgebaut und der mit den grauen Rollen wird zum 1,6t. Schwerlast Hochregal. Ich denke das ist viel praktischer als die Gasse immer enger zu verbauen!

Mit der Dämmerung zog hier der Calima ein! Ich liebe auch diese Stimmung und dann wird es schon nicht kalt!

Regen

Es hat die ganze Nacht durchgeregnet und jezt gegen neun, lässt es endlich mal etwas nach!

Schon Morgens sah ich die tapferen Entsorgungshelden durch den Regen tanzen und startete zum ersten mal meine Heizung!
Das wird noch eine Weile so weiter gehen und es scheint mir der perfekte Tag, um mein Magazin aufzuräumen!

Heiligabend bei den Nachbarn! 🤪

Weil ich zufällig drei Didges im Auto hatte, fragte ich meinen lustigen Nachbarn beim vorbeifahren, ob ich ihnen ein Ständchen spielen soll! Ja, aber erst muss ich einen Wein trinken, gemeinsam an den Tisch sitzen und sämtliche Gänge verköstigen. Drei Didges, drei Lieder und dazwischen wurde gelacht und ständig neues Essen aufgetischt! Mehr und mehr Gäste erschienen und es wurde richtig schön gefeiert! So viel hab ich sicher nicht getrunken, aber es wurde halt doch ständig nachgefüllt! 🫣😳
Den Alk vertrage ich ja eh kaum und war von eine paar Gläschen total besoffen! 😵‍💫😄
Ich fühlte mich wohl und saß mit vier Generationen an einem Tisch!
„Zu hart“ dachte ich, dass ich mich quasi selber bei den Nachbarn einlud. Angeheitert, erkannte ich jedes Wesen und welche Rolle sie in ihrer großen Familie spielen!
Zum Glück musste ich nur noch meine Gasse entlang torkeln, wo man sich eh nicht mehr verlaufen kann! 😄
Aber gestern war ich total hinüber! Es ist übertanden und ich werde so schnell keinen Tropfen mehr anrühren! 😃

Lager

Im Gegensatz zu heute, war Heiligabend ein Sommertraum und ich hatte meinen Spaß beim Regal bauen! Es sollte ohne Schrauben und mit einem Tropfen Leim gesteckt werden! Unten seht ihr die erste Aussparung, die ich in eine Latte gesägt hatte.

Bei sechs Latten und 7 Ebenen brauche ich 42 dieser Aussparungen!

Damit nichts wackelt, hab ich die Latten so geschnitten, dass sie im Container klemmen!
Draum kann ich das Regal nicht mehr verschieben und muss über die Reihenfolge nachdenken. Alle Bretter mussten zuerst rein, dann hob ich das Oberste auf seine Ebene und klopfte die Querträger rein. So ging es nach unten weiter und es wurde immer stabiler!

Was für eine grandiose Eleichterung, das gestapelte Zeugs einzuräumen!

Das Arbeiten hat Spaß gemacht, weil unterschiedliche Werkzeuge bereits in den Schubladen sortiert waren!

Jetzt kann ich wieder schön rumräumen und Platz für das nächste Regal schaffen. Anschließend kommt da ein schönes Tuch davor!

Regalo(e)

Regalo = Geschenk
Regale = bzw. Regalbretter.
Heute besuchte ich meine Freunde Stefan & Volker, wo noch ein paar alte Spahnplatten auf mich warteten. Chris, zwei Häuser weiter, borgte mir kurz seine Handkreissäge und so konnte ich mir kurz einige Platten zuschneiden:

8 x 2m und vier extra Platten

Der Container hat innen 2,38m. Höhe und die will ich an der Rückwand bis oben hin nutzen!

Ein paar 3,60m Leisten hab ich auch noch und etwas Palettenholz für Querstreben.
Damit kann ich mir am Wochenende ein Regal zum Nulltarif bauen. Das muss nichtmal schwere Lasten tragen, weil dafür gibt es bereits andere Regale. Aber viel Fläche kann ich damit gewinnen und auf diese Bereicherung freue ich mich sehr!

Meine Chickos waren scheinbar über meine Abwesenheit empört! Dann erkannte ich das Problem: Sie warfen ihre alte Giesskanne um, aus der sie unbedingt trinken wollen! 🤪🥰

Der Tag war wieder ein „Sommertraum“ und flog auch entsprechend schnell rum! Chris und Deby haben wieder ganz nette und interessante Gäste und da geh ich jetzt noch ein bisschen feiern! 🥳

Da fällt mir ein: Als ich nach Hause kam, war nichtmal abgeschlossen und jetzt steht mein offenes Auto mit Instrumenten in der Einfahrt! Bei meinen Freunden hat man neulich, während einer langen Abwesenheit, eingebrochen! Da standen sogar viele Dinge von mir im Keller, die keiner angerührt hat!
Aber meine Gasse ist was ganz anderes und das ist echt genial!
Das hier, ist wie eine Falle mit ganz großer Hemmschwelle!
Ein wundervoller Platz! Auch für meine Katzen, traumhaft!
Dafür danke ich täglich!

Bananen Maracuja Milch

😋🍌🔪🍬 Das sind die zwei Obstsorten, die es immer wieder reichlich geben wird!

Jetzt schmecken sie süß, können aber wahrscheinlich nicht mehr lange warten!

Innen müssen sie schön weiß bleiben und am Stengel darf kein Schimmel rein schlüpfen! Darum lass ich die Stengel am liebsten dran!
Zuerst werden die Maracujas im Mixer durchgerührt, dann die Samen gesiebt!

Zwei Bananen, ein kleiner Schluck Milch und ordentlich durchgemixt!

So wird es ohne Krümelmist cremig und sehr lecker!

Bei der letzten Bannanenmilch dachte ich noch: „Börps, ohje, so viele Bananen und jetzt noch eine fette Bananensosse!?“
Aber das hier, ist viel leichter und schmeckt auch nicht so süß!
Wegen dem Maracujasaft, braucht man kaum Milch und auf dieses Schlückchen kann man ganz sicher auch noch verzichten!

Supercheyote!

Wie versprochen, brachte mir Bananentoni die ersten stachellosen Cheyotes!

Die sind nichht nur fast stachelfrei, sondern auch noch riesig! Zuerst dachte ich, dass das sicher am Bergklima liegt, aber die Weisse hab ich z.b. auch auf dem Berg gefunden.

Antonio produziert ja auch Wurmerde und hat sicher noch ganz viele Tricks am Start!
Die Dunklen bringt er mir noch und inzwischen hab ich mich ganz klar gegen die Stacheligen entschieden! Falls die Pflanzen jemand geschenkt haben möchte, könnte er/sie damit ganz schnell riesen Flächen überwuchern lassen!
Toni erzählte heute: Falls ich diese Früchte je mal kochen sollte, könnnte ich die Samen gleich als Nachtisch, oder Beilage einplanen, denn sie schmecken wie lecker Mandeln!

Mehr Rohstoff

Mit dem Kompost bin ich echt an einer heissen Sache dran, muss aber noch viel lernen! Vor allem was die Zutaten und deren Anteil an Stickstoff und Kohlenstoff angeht!
Aber erst zu den Fässern: Gestern öffnete ich eines für einen kanarischen Nachbarn, der erst mal rückwärts lief, weil er weiss, wie Jauche stinken kann! Dann war er echt überrascht, als er mit der 👃 direkt über der Brühe hing!

Weil ich ständig nachfüllen muss, will ich keine Mikroorganismen verschwenden! Das Fass wird warm, also bekommt es etwas Zucker:

Und frische Emˋs.

Jetzt können die sich nachhaltig vermehren.

Ich wollte trockenes Zeugs häckseln, aber das hat fast schon geraucht vor lauter Staub! Also zog ich los, frisches Grün zu sammeln! Es ging direkt zum saftigsten Klee am Waldrand.

Vorher.
Nachher.

Das ist nun kein lästiges Unkraut rupfen mehr, sondern lecker Rohstoff Gewinnung! Der Klee hängt Büschelweise an den Stämmchen und geht ganz schnell und leicht raus!

Vorher.

Drei kleine Palmeritas bekommen jetzt wieder Licht:

Koko, auf der Terrasse.
Eine kleine Fächerpalme. Die einzige Washingtonia, bisher.
Eine kleine Koko, vor dem Bambusgarten.

Der neue Haufen ist zerschnitten und wird mit dem Alten abgedeckt.

Er wächst und riecht schon fermentiert! Ist aber nicht mehr so heiss, wie ich das gerne hätte! Darum weiter lernen!

Um 16 Uhr gabs für mich eine lange heisse Dusche, in der prallen Sonne! Die lief so lange, dass ich einfach in der Landschaft rumschauen und es genießen konnte!
Die Würmer hab ich auch kontrolliert. Sie sind fett und die Vererdung scheint rasant zu laufen! Wurmfotos erspare ich euch! Hier ist ein Wurm: 🪱😃