Mal wieder Tag 1 „Marathon“

Das Leben ist so vielseitig, dass es mir öfter schwer fällt nur ein paar Facetten aus solch reichen Tagen auszusuchen. Bisher will ich ja noch kein Buch schreiben, aber derzeit bekäme es vielleicht den Titel: „Sie ließen mich nicht gehen!“ 😀 Das denk ich 100 mal am Tag!
Maschine- Aufbau, super, aber ein übler Wind. Nach dem zweiten Song warf ich das Zelt über den Schirm und schirmte mich erfolgreich gegen den kühlen Wind ab. Die Wärme kam dennoch durch, ein Schutz, ein Traum!  Wenn es geht, ist es ohne Regenhaube besser!
Plötzlich sprach mich zwischen den Songs eine ältere Frau mit meinem Namen an und ich überlegte noch kurz, woher sie mich kennt.  🙂  Klar, der Bericht. In dem Moment fiel es mir erst auf, dass sich einiges geändert hat. Jetzt freuen sich plötzlich viele Menschen mich endlich zu sehen. Da bin ich jetzt nämlich gottes bekannt! 😀 Noch mehr Rückenwind, wie herzig! In der Pause setzte ich mich zu einem älteren Paar an den Tisch, damit ich die Maschine im Auge behalten konnte. Dann lacht der Mann plötzlich laut los und sagte, der Humor mit der Doretta war super. Sie verstehen ihn halt doch!
Meinen sinnlichen Humor. 😀 Für mich ist der Job perfekt, denn manchmal brauch ich echt ne Weile bis ich richtig aufgetaut bin. Dann hab ich immer noch vier Stunden vor mir um mich auszutoben. Ein Konzert wäre da schon halb durch und gegen Ende will man ja fast nicht mehr von der Bühne. Am liebsten würde man stundenlang jammen, was die meisten Kollegen bestätigen können. Genau mein Job, stundenlang zu jammen. 😀 Immer mehr, schätze mal swr4 Hörer, geben mir die schönsten Rückmeldungen. „Endlich mal was Neues! …und so schee!“  🙂  Leute, das geht mir richtig tief ins Herz!
Ob das BUGA-Team oder die Gäste, die Tage werden durch so viele freundschaftliche Kontakte versüßt… glücklich und dankbar!
Was soll ich auf der Autobahn auch anderes machen, als breit zu grinsen? Oder anschließend beim Laufen? Oder jetzt?  🙂
Also wenn technisch alles läuft ist es ein Traumjob! Die Menschen sind glücklich, ich fühle mich geliebt und die Zeit fliegt nur noch so rum. Eine gefühlte Stunde frisst drei Stunden des Tages.
Dabei werde ich mit einem Reichtum bombardiert, wie man ihn für kein Geld kaufen könnte! Kurz gesagt, is ok!  🙂

Fallkugelsquenzer

Es ist fast schon Nostalgie, dass mein alter Fallkugelsequenzer nicht von einem anderen Modul verdrängt wird, das den Platz noch vielseitiger nutzen könnte. Doch die lustige Kugelmaschine hat eine tolle Ausstrahlung und prägt den Stil von Doretta sehr stark. Ausserdem ist es der einzige Groove den man stufenlos verschieben kann bis es swingt wie bei ner Samba- Band. Zumindest wenn man die Geduld hat es schön hin zu fummeln. Nach über drei Millionen Umdrehungen musste ich jetzt die Schüre erneuern weil sie schon ganz dünn waren.
Dann, erstmal alle sechs Kugeln einspannen und abschrauben. Nicht einfach, denn sie werden immer etwas mitverklebt.

Dann die Schnüre ansägen bis man die Klebstoffreste aufmeißeln kann.

Die neuen Schnüre werden geschnitten und verschweisst, damit nichts ausfranzt. Dann werden die Kugeln wieder auf die Enden geklebt.

Damit es beim Montieren und Trocknen hält, wickel ich den letzten Zipfel mit einem Zwirn ein.

Jetzt noch schnell die Fallkugeln auf ihre Rollen geklebt und fertig.

Heute Nacht kann ich wieder einen neuen Beat hin fummeln. Dafür werde ich mir viel Zeit einräumen, weil das Ganze dazu neigt, sich beim festziehen der Schrauben zu verschieben. Und das immer wieder. Aber wenns dann mal groovt ist es eine klasse Bereicherung! Die ersten 5 Kugeln spielen einen zweiton Beat und die sechste Kugel addiert eine Betonung zu der großen Trommel. Dann spielt diese sowas wie: „Bum . . . BumBum . . Bum . . . BumBum . . …“ 🙂
NACHTRAG 18:50 Uhr: Natürlich konnte ich nicht so lange warten und bei der Wärme trocknet der Kleber auch schnell. Eine Schnur hat sich etwas stärker gedehnt, weshalb die dritte Kugel knapp über die Platte haut, die links auf dem oberen Bild zu sehen ist. Das hatte ich schonmal und, dann hat die Kugel immer wieder Betonungen ausgelassen. Ausgerechnet wieder die dritte! Da hab ich jetzt schon ne Allergie!  🙂 Diesmal will ich aber keine Kompromisse machen! Die Schnur konnte ich zum Glück gerade noch raus ziehen und musste sie nur nochmal um 5mm kürzen. Perfekt!
Neu geklebt, warten… freu mich! Hat eben schon saugeil gegroovt!  😀

10 000 Postkarten

Gerade noch rechtzeitig vor meiner 16 Tage-Tour, die am Samstag beginnen wird.

Die letzten kamen vor gut einem Jahr, am 23.Mai. 😀 …witzig, so ein Tagebuch“, gell?  🙂

Saiten

Wie neulich bereits erwähnt, reissen mir immer öfter die Hauptspielsaiten beim Spielen ab. Dafür kann ich die Sitar jetzt aber auch schön wimmern lassen. 🙂 Jetzt hab ich mal ein ganzes Set zugeschnitten und bereits die Schlaufen zum einhängen gebogen. Einzeln verpackt damit nichts verkuddelt.
Damit lässt sich der Boxenstop auf wenige Sekunden reduzieren! 😀

Details

Ein kleiner Messingrohrloop. 🙂 Wiegt nichts und verschachtelt recht dekorativ die verschiedenen Ebenen. Dabei verdecken die Rohre auch etwas das Kabel dahinter.

Hier sieht man wie schön die neue Messing-Ecke zu der Tuba passt. Das Eck blitzt eher hinter der Tuba hervor.
Auf der anderen Seite deckte ich ein unnötiges Loch mit einem alten Tuba- Ventildeckel  ab.

Neue alte Trommel

Gestern fuhr ich weite Wege um eine Trommel abzuholen, die ich gebraucht gekauft hab. Eine Ersatztrommel zur Sicherheit. Diese ist wieder lichtdurchlässig und wird bei meinen Nachteinsätzen von innen beleuchtet. Die Trommel ist genauso groß wie meine alte und sieht richtig schön antik aus.

Sicherheits-Schirm

Meine tollen Bambusschirme sind zwar sehr unproblematisch was die Stabilität und die Windschlüpfrigkeit angeht, aber wenn täglich Kleinkinder um mich herum tanzen muss alles doppelt gesichert sein!
Der Schirmständer ist ja eh unzerstörbar! Gestern bekam er noch eine Arretierschraube für den Schirm verpasst:

Der neue Schirm wurde mehrfach mit einem festen Zwirn eingewickelt und verklebt, damit er niemals brechen kann!

Bambus hält ja Tonnen stand, wenn er nicht spaltet. Mit der Kombi kann ich mich bei der nächsten Böe weiterhin ganz beruhigt meiner Musik widmen!

Früher hab ich den Schirmständer mit Gaffaband eingewickelt um den Durchmesser anzupassen. Doch entweder ist es ein bisschen zu wenig und der Schirm könnte doch vom Wind weggerissen werden, oder war es wie eingepresst und man bekam es kaum mehr auseinander.
Sicherheit und Komfort bis ins Detail, stehen gerade ganz oben auf der Liste! Denn wenn das alles stimmt, kann ich den ganzen Tag fröhlich, beruhigt und gemeinsam mit dem Publikum feiern! 🙂

Steampunk

Für meinen ersten Steampunk Event, der am 11. August in Dortmund stattfinden wird, hab ich mir viele Optimierungen vorgenommen. Zum Beispiel störten mich diese Schrauben am Fahrzeug:

Zu modern, zu technisch und damit alles andere als Zeitlos!
Jetzt sind die beiden Ecken mit Messing verkleidet und tragen zu einer ganz anderen Ausstrahlung bei.

Für Steampunk ist es immer noch sehr nüchtern und schnörkellos, aber ich hab eben meine eigene Vision und die Liebe zum Detail kommt auch so zur Geltung.
Auch der graue Rahmen in dem folgenden Bild ist mir schon lange ein Dorn im Auge.

Dafür bog ich bis spät in der Nacht an dem schönen Blech rum. Dabei war mir wichtig, dass die meisten Schnittkanten hinter weichen Biegungen versteckt sind. Bin schon gespannt wie es aussehen wird wenn die Sonne auf die Spiegelkugel strahlt.

 

Strom

Nur weil ich zur Zeit öfter weite Wege fahren muss um die Batterie zu wechseln, stopfte ich eher spontan die zweite Batterie in die Maschine.
Weil ich nichts besseres zur Hand hatte, benutzte ich als Brücke einfach Starterkabel, die allerdings sehr sperrig waren.

Links liegen meine maßgeschneiderten Sonderanfertigungen, mit denen ich wieder viel mehr Platz unter der Haube habe. Den Platz brauche ich z.b. um einen Vorrat an Postkarten zu lagern. Da waren die fetten Klammern die reinste Schikane!
Natürlich alles gelötet, dass es jedem Zweifel erhaben ist.
Die Zweitbatterie bekam nun einen Rüttelschutz und Spanngurt, damit nichts mehr verrutscht. Ähnlich löste ich das jetzt auch beim Lautsprecher, der gleich dahinter steht. Die Gewindestange die von oben runter kommt ist vom Schirmständer. Diesen kann ich nur motorisieren, wenn ich auf die Zweitbatterie verzichte. Den Drehschirm gibt es also nur noch für Kurzauftritte und zum filmen.

Der Doppelpack ist eine sehr große Bereicherung für den Alltag und auch auf lange Sicht viel besser! Nach einem langen Tag hab ich immer noch 12,5 Volt Spannung, was für die Lebensdauer der Batterien sehr gut ist! Gestern lud ich die neuen Batterien zum ersten mal zuhause auf und konnte sie endlich dabei beobachten. Dabei staunte ich nicht schlecht, weil sie fünf Stunden weniger Ladezeit brauchen. Genial!
Auch für eine Beleuchtung hab ich damit  jetzt genügend Reserven.