Fix am Morgen

Zwei Instrumente sorgten noch für viel Ärger:

Beim rechten löste sich andauernd die Schraube, die den Kipphebel hält. Sowas bringt schnell das Fass zum überlaufen, wenn man 16 Instrumente gleichzeitig zu verwalten hat. Beim linken sorgte einer meiner selbstgebauten Trigger für Probleme. Er lies Anschläge aus, erzeugte retrigger, also gleich 3-4 Signale in einer Reihe und gelegentlich löste er auch Sounds aus, wenn er gar nicht angeschlagen wurde. Zusammen schafften sie es das totale Chaos auszulösen! Zum Glück hab ich damals gleich ein Dutzend Ersatztrigger vorbereitet. Mit jedem einzelnen Spare ich übrigens 30€.
Die Schraube hab ich gleich mit einem demontierbaren Kleber gesichert. Jetzt läuft alles sorglos, aber es warten weitere Arbeiten bis alles perfekt ist… Eine weitere kann ich ebenfalls von der Liste streichen:

Der Deckel von meiner Workstation bekommt ja eine Lederhaube, die u.a. das Licht abblenden soll, das ich eben eingebaut hab. Jetzt kann ich in jeder Situation die Schrift auf dem Synth. lesen. Im Gegensatz zum Foto bleibt das Display immer lesbar! Fehlen nur noch die Lederecken, die seitlich als Sonnenschutz angebracht werden.
Jetzt gehts erst mal runter an die Küste, ne Runde laufen.

Küstentour im Süden

Gestern holten wir unseren Freund Jeanot vom Flughafen ab. Damit sich der Weg doppelt lohnt, legen wir das immer mit einer kleinen Wanderung zusammen.

Das war jetzt meine zweite Tour an der Südküste seit ich wieder hier bin und naja, vorerst brauche ich keine Dritte mehr. Wenn ich hier schon Freizeit verbringe, anstatt an der Maschine zu arbeiten, sollte ich wenigstens Aufnahmen für das nächste Video machen und dafür ist mir die Südküste nicht so geeignet.

Es gibt Highlights, aber eben fast nichts das man z.b. zum Filmen umrunden könnte. Es gibt praktisch keine Pflanzen und für ein Musikvideo sehe ich zu viele Häuser, Fabriken, oder Windräder am Horizont. Das Meer ist toll, die Gischt, der Geruch und vor allem gibt es viel Wind!

So viel Wind, dass Der Gimbal meiner Kamera zittern würde. Zwei mal stellte ich mir selber ein Bein, weil der Wind beim Laufen den einen Fuß hinter das andere Bein geblasen hat.  😀

Zwischendurch sieht man schon spektakuläre Formationen im Sandstein, aber auf Dauer ist mir die Steinwüste doch zu leblos. Wenn man hier nur zwei Wochen Urlaub verbringt, hat man garantiert Sonne, aber leben wollte ich hier nicht.
Am Abend traf sich zum ersten mal der komplette lustige Wanderhaufen bei Geza, der uns ein geniales Dal gekocht hat.

Fiesta

Das war echt ein schönes Fest heute! Viele interessante Nachbarn kennen gelernt, viele neue Freundschaften. Einige Schweizer, was mir immer noch ein heimeliges Gefühl gibt.  🙂  Unglaubliche „kleine Welt Effekte“! So traf ich z.b. meinen amtlichen Übersetzer und wir freuten uns wie alte Freunde. 🙂 Langsam kenne ich auch die interessantesten Immobilienmakler hier und weitere spannende Leute durch die ich schon sehr viel über die Insel gelernt hab.
Mit meinem Sound war ich heute ganz zufrieden und es gefiel den Gästen auch ganz gut. Nein, der Didge-Ansatz war geil wie Sex!  😀  Ist nicht immer so und jeder Kollege versteht das: Ansatz gut alles gut! 🙂

Foto: Fabienne Andreas

Und wir wurden verwöhnt! Santiagos Paellas versauen einen ja für die Zukunft, weil man danach keine andere mehr mag.  🙂

Heute gab es sogar eine zweite mit Fleisch. Entweder oder! In der Pfanne, im Teller kein Problem! Habs leider nicht probiert, weil ich Fleisch meide.

Ähnlich verhält es sich mit den Vorspeisen, die seine Frau Candy immer zaubert. Das Restaurant das sich damit vergleichen lassen muss, kann einem jetzt schon leid tun! Vorletztes mal gabs Dinge wie Mini-Calmares, frisch durch den Teig gezogen und frittiert, heute u.a. kleine Schnecken aus Blätterteig mit feinen Sardellenstreifen eingewickelt. Man kann praktisch nicht aufhören zu essen.  🙂

Heute hat sich noch eine Gelegenheit aufgetan wo ich regelmäßig spielen könnte. Ich muss nur noch kurzfristig Bescheid geben wenn ich am Start bin. Das wäre was größeres in Puerto de la Cruz, wo ich am Wochenende wahrscheinlich ziemlich viele Menschen erreichen könnte. „Wir brauchen etwas Neues!“ Höre ich immer wieder. Gutes Timing! 🙂

el arcoíris

heisst:

Regenbogen

Seht ihr das rechte Doppelhaus im Tal? Da spiel ich gleich für meine neuen Nachbarn.  Eine Bienvenidos-Kennenlernparty. Ich geb ein kleines Konzert und liefere anschließend als Dj. etwas Inselmusik aus den sonnigsten Ländern dieser Welt. Dann gibts wieder Santiago`s Super-Paella.  🙂
Nach einer eher anstrengenden Phase hatte ich heute Morgen mit der Maschine ein tolles Erfolgserlebnis! Nachdem die Modifikation von gestern am Schwungrad ausgehärtet ist, fühlt sich die Maschine viel direkter und kompakter an. Die letzten Probleme kann ich an einer Hand abzählen und die sind auch bald gefixed. Sie kommt aber heute noch nicht zum Einsatz.
Also, dann geh ich mal feiern und wünsche euch allen ein schönes Wochenende! 🙂

Wieder das Schwungrad

Eigentlich wollte ich den ganzen Tag die Maschinensounds für morgen vorbereiten, aber nach ein paar Tausend Umdrehungen rutschte wieder das Schwungrad durch und das ist einfach das größte Disaster!  Zum Glück ist die Maschine zum Zerlegen optimiert. Also erst mal das Nötigste zerlegen.

Hier sieht man auch schon das Problem: Wie verbindet man eine 8mm Achse mit dem großen Loch von Schwungrad? Vor allem wenn man keinen Zugang zu einer Drehbank hat.
Zuhause fand ich noch drei passende Rohre um ein Passstück auf die Achse aufzubauen. Doch man sehen kann fehlt der letzte gute Millimeter an passendem Material.

Also bleibt mir nur eins: Alles mit Kunstharz auffüllen und zusammen gießen.

Jetzt gabs nur noch ein Problem: Leider erst in dem Moment, stellte ich fest, dass das Distanzstück kürzer sein muss, weil die Unterlagscheiben sonst nicht genug Druck auf das Schwungrad erzeugen können. Würde es aber zu kurz, beult es die Unterlagscheiben nach innen, die Muttern versinken darin und man würde mit den Schraubneschlüssen ausrutschen.

Also nochmal alles raus, mit Nitro reinigen und abfeilen. Jetzt ist es schon stabiler, obwohl das Harz noch lange nicht ausgehärtet ist.
30 min. später war alles wieder montiert und eingestellt. Zum Glück klappte das Zentrieren ganz gut, weil das Schwungrad auch schon oft geeiert hat.

Dann hab ich gleich noch ein kleines Problem mit großer Wirkung gelöst:

Der Stift ist die Einstellschraube von dem Kick-Geber. Bei jedem Anschlag schnappt die Schraube etwas nach rechts und wird dann gleich wieder von einer Feder auf der Gegenseite zurück gezogen. Doch weil das Gewinde so scharf war, verklemmte es sich Gelegentlich in genau dieser Stellung. Die Zunge kam nicht mehr zurück und der Kick fiel andauerd aus.

Eine Kleinigkeit, die aber nervt wie ein Wadenkrampf, wenn noch andere „Kleinigkeiten“ dazu kommen.

Regentage

Das soll jetzt keinen klagenden Unterton haben, im Gegenteil! Gelegentlich kommt der Regen sogar ergiebig, was die Natur dringend nötig hat! Ausserdem kann ich mir das Lächeln kaum verkneifen, wenn ich am Ende eines schlimmen Wintertages im Freien Dusche und zum Abtrocknen sogar ein paar letzte Sonnenstrahlen erhaschen kann. Auf dem folgenden Bild seht ihr warum ich meine Lärmschutzkopfhörer schon gar nicht mehr so weit weg packe:

Das was hier vielleicht wie ein Spielzeughubschrauber aussieht, ist ein ziemlich großer Knatterkasten. Zwei bis drei mal in der Woche üben die da unten an den Felsen. Dann schwebt der einfach mal fünf Minuten auf der Stelle. Das Ganze kann aber schonmal fast ne halbe Stunde gehen. Hat mich noch nie sonderlich gestört, aber wenn man ihn schon hat, probiert man natürlich ob sich auch so ein lauter Hubschrauber mit den Kopfhörern ausknipsen lässt. Stille! Es ist fantastisch, weil die Dinger so klein und leicht sind, dass man sie nach 5 Sekunden fast vergessen hat! Erst wenn man ihn testhalber runter nimmt, spürt man wie abartig Laut es eigentlich ist.

Sonst hab ich viele Stunden mit dem Versuch verbracht, Videos in meiner Ableton Live Musiksoftware abzuspielen, was eigentlich gehen sollte. Es wäre so wichtig zum Vertonen, aber es klappt ums verrecken nicht! Nach dem Installieren von Codecs und Treibern kann ich jetzt wenigstens mal ein Videofile Importieren, doch der Bildschirm bleibt schwarz. Ableton kackt immer wieder ab! Dann muss ich das Laptop zwei mal neu Starten bevor ich irgend welche schadhafte Dateien aus versteckten Ordnern löschen kann, die Abelton während des Abstürzens in ein Verzeichnis geschrieben hat. Sonst bekommste diese überteuerte und mal wieder völlig unausgereifte Krücke gar nicht mehr zum laufen. Echt erbärmlich, Ableton live!
Zum Glück lass ich mich nicht mehr aus der Ruhe bringen, sondern wechsel einfach zu einer anderen Arbeit, bevor es zu mühsehlig wird. Z.B. spiel ich einen neuen Song in mein instabiles Studio. 😀 Für das zweite Video wollte ich etwas ruhigeres einspielen, doch das war mir dann am Ende wieder zu traurig. 😀 Das Videoproblem hab ich vorerst provisorisch ausgetrickst. Mal sehen ob ich heute ein paar coolere Klänge in den Kasten bekomme.

Einfach herrlich!

Hoffentlich geh ich euch mit meinem Geschwärme nicht auf die Nerven!? Aber meine Freunde wissen, dass in meinen Beiträgen nicht die Spur von Missgunst steckt und vor allem, dass ich mir das auch verdient hab. Also los gehts:  😀

Lecker Mango mit Meerblick: 80 cent

Tarta de Manzana Grande, vom Ökobäcker: 1,20 €

Vollgetankt: 7€
Aber es gibt auch Schattenseiten: Z.B. musste ich mir gestern zum Sonnen meine Noisecanceler aufsetzen, um Presslufthammer, Gartenmaschinen und Hubschrauber auszublenden. Inzwischen ist es wieder still.

Aber am meisten freue ich mich über den kleinen Quantensprung im Spanisch!
Egal wo ich hinkomm, jetzt nehmen mich die lieben Menschen richtig mit! Endlich kann ich wenigstens einfache Gedanken und Überlegungen mitteilen, die auch mal über Adam und Eva hinausgehen.

Schon wieder gut!

Meine morgentliche Laufstrecke an der Küste kann man ja schon als Geländelauf beschreiben! Das hab ich auch gleich in den Knien gespürt, als ich die ersten Tage den steilen Berg hinunter gerannt bin. Allerdings hab ich mich sehr schnell daran gewöhnt. Vorgestern war ich bereits so routiniert, dass ich während des Laufens verträumt aufs Meer hinaus geschaut hab und da hab ich mir den Fuß übelst verstaucht. Ich konnte zwar noch ein paar Runden laufen, doch spürte ich es am Abend noch deutlich, dass da was nicht stimmt! Keine Farbe und keine Schwellung, also kann es nicht so schlimm sein. Ein Tag Laufpause und heute konnte ich schon wieder meine Runden drehen. Morgens treffe ich nach und nach meine liebsten kanarischen Nachbarn. Es ist so schön wie sie sich über meine Rückkehr freuen! Sie loben mich für meine Spanisch-Fortschritte, dabei hatte ich ja überhaupt keine Zeit zum lernen. Doch ich merke selber beim Fernsehen und unter den Leuten, dass ich viel viel mehr verstehe. Nach dem schnellen Lernen meiner ersten ca. 6000 Vokabeln, stand das „Gebilde“ sehr wackelig in meinem Kopf. 🙂 Ich musste ewig nachdenken um die Worte zu sortieren und dabei versäumte ich bereits den Rest des Satzes. Das hat sich inzwischen alles gesetzt und auch zum nachschlagen der fehlenden Worte brauch ich keinen Untertitel mehr, weil ich ein Feeling für diese schöne Sprache bekomme.
Auch nach der ersten Kältewelle ist das Wetter traumhaft! Ab 9:00 Uhr 20 – 21°C. meist schattig, aber nicht zu grau. Windstill! Wer flexibel ist findet auch 2-3 Stunden zum Sonnen, was ich mir gestern zum ersten mal gegönnt hab. Es ist perfekt zum Laufen, Wandern oder Arbeiten! Ha, und Rollerfahren ist eh das geilste!
Hier hab ich euch noch zwei Standbilder, damit der lange Text nicht so trocken rüber kommt.

Es sind Beispiele warum der Roller das beste Inselfahrzeug ist, dass es überhaupt gibt!
Mit den kleinen Rädern und dem kurzem Radstand schwebt man nur so durch die Kurven und selbst mit 30km/h fühlt man sich wie ne Sportgranate. 🙂

Es gibt fast endlose Serpentinen. Ich muss euch mal ein Foto von den Motorrädern knipsen, die hier so in Mode sind! Die sehen fast so aus wie Spielzeug-Rennmaschinen. Kleine Räder, kurz und einen sehr tiefen Schwerpunkt. Es fällt mir übrigens jetzt erst auf, dass die meisten nur 125er sind, die ich auch fahren könnte. Mehr brauchst hier echt nicht!