Expedition Westhang

Heute hab ich mir nochmal einige Zeit genommen um einen Weg durch den Busch zu schneiden, bei dem man nicht gerade kriechen muss.

Hier geht die Temperatur mal kurz um ein bis zwei Grad runter und trotzdem ist es noch ein nettes Lichtspiel mit der Sonne. Das wird natürlich alles noch geputzt. Einige Bäume dürfen weiterhin aus der Mauer wachsen und die kommen, wenn das unnötige Gestrüpp mal etwas dezimiert, umso besser zur Geltung.
Ein paar Meter weiter fällt die Temperatur noch deutlicher ab, weil das Eck fast immer im Schatten liegt.
Beide Abschnitte haben ihr eigenes Fenster aufs Meer hinaus. Man kann also je nach Wetter den Platz aussuchen und muss auf nichts verzichten.
Das ist ein Blick über die Terrassenmauer, über die man Richtung Meer sieht.
Schöne Flechten. Es gibt auch Steinhäufen, die einfach so rumliegen. Davon nehm ich jetzt jedes mal einen mit nach oben, um für meinen ersten Steingarten neben dem Wohnwagen zu sammeln.
Jetzt hab ich mich wieder vorgekämpft bis zum Abschluß meiner Mauer, die da hinten bei dem Wasserrohr aufhört. Hier hab ich jetzt eine Leiter hin gestellt und begann den Weg nach oben zu bahnen.

Wenn man nach ein paar Schritten nach links sieht, erkennt man meine südliche Grundstücksmauer.

Habt ihr gewusst, dass ich Feigenkakteen habe? Seht ihr, ich auch nicht! 🙂
Und zwar unüberschaubare Monster von Kakteen!
Ab der Hälfte hab ich mal raus fotografiert.
Und zurück zum Wohnwagen.
Aber viel weiter kam ich heute nicht. So sieht der erste Pfad nach unten aus. Mir scheint hier läuft man zum großteil auf einem Boden der aus einem Fels zu bestehen scheint.

Es bleibt spanned und die Fortsetzung folgt. Gut, dass heute alles soweit begehbar war, denn mein Freund und Musikerkollege Juan, hat mich heute zu seinem Geburtstag besucht. Das ist mir eine Ehre! Es hat ihn sichtlich umgehauen, was für einen wunderbaren Schatz ich hier bekommen habe. Dann kam Chris noch kurz vorbei und jetzt bin ich auf dem Sprung zum Pizza essen. Vielleicht mach ich euch ein Foto.  😀

Nachtrag 23:00 Uhr. Nach einem kurzen Spaziergang fanden Isabel und ich das Restaurant, bei dem die Gäste bereits auf der Straße warteten. Anstatt zweieinhalb Stunden auf einen Tisch zu warten, bestellten wir lieber je eine Pizza für einen der Stehtische draussen. Es war gegen halb Acht noch richtig schön warm und roch nach Meer. Dann kamen unsere Pizzen: Der Inbegriff einer leckeren Pizza! Groß, leicht, luftig, cross und mit die beste die ich je gegessen hab!

Ich hatte die mit Rucola und ein Viertel der anderen. Selbst wenn mir Isabel noch mehr von der Riesenpizza zugeschoben hätte, wäre es unmöglich gewesen aufzuhören, bevor alles weg ist.  🙂

Heute Nacht im Park

Egal wie oft ich einen Ausflug in meinen Park mache, es ist immer wieder spannend! Eben zog ich nochmal los bevor es dunkel wurde.

Hier hab ich das erste mal zurück Richtung Eingang geschaut. Da schau ich praktisch von der oberen Ebene auf meinen Berg, der eigentlich meine größte Hochebene ist.
Manche Hölzer räum ich weg und manche lass ich liegen.
Wenn man über den Wasserkanal läuft, fasst man automatisch den ein oder anderen Stein an. Es sind so viele Schmuckstücke darunter, dass man von den vielen Eindrücken fast überflutet wird. Aber ich liebe jeden Einzelnen Stein, den ich nach und nach bewusst wahrnehme!
Ist das nicht geheimnisvoll?
Bisher gibt es nur ein paar „Höhlen“ die all die Ausschnitte verbinden.
Hier schiele ich gerade über die Mauer auf die nächste Terrasse, die ebenfalls, abgesehen vom Gestrüpp, sehr schöne Flächen und Wege erahnen lässt.
Da oben sieht man die nächste Mauer. Da muss ich jetzt endlich mal mit der Leiter hoch und nachsehen ob noch eine Terrasse kommt, oder darüber gar noch eine. Von der Höhe her könnten da noch vier Terrassen kommen. Ist das spannend! 🙂 Von da oben kommt auch das Finca-Wasser und hier gibt es Mittags den ersten Schatten. An heißen Tagen kann man ja auch in den kühlen Wald gehen. Haha, ich halts nicht aus, ist das nicht der Oberknaller!? 😀
Nochmal ein Blick zurück auf den Wohnwagen.  🙂 Das ist der weiße Strich in der Mitte.
Aber auch heute war ich so tief im Busch wie noch kein Mensch zuvor gegangen ist. Mir scheint dort unten sind drei ringförmige Terrassen, die nach unten immer kleiner werden. Hinter mir lag die große Mauer mit dem Hang nach oben. Hier könnten insgesamt 6 -8 Terrassen übereinander liegen und das Ganze hat sicher gut 30 Meter Höhenunterschied.

Das ist so ein Traumhafter Platz der mich hier gefunden hat! Oder der auf mich gewartet hat. Normal sind hier alle Mauern und Terrassen gerade, nur ich hab eine absolute Ausnahme erwischt, die so genial zu mir passt! Hier hat jede Ebene einen schönen Schwung und nichts ist langweilig! Einerseits ist das Bauwerk an die Gegebenheiten der Natur angepasst und dennoch so stilvoll ineinander verschachtelt, dass man ganz klar künstlerische Akzente finden kann.

Jetzt hab ich mich umgedreht und sehe den Hang hinauf. Das Ziel ist es irgendwann einen Weg nach oben zu bahnen. Denn von hier ist man, wenn man nach links geht, ganz schnell bei den ersten Läden und wenn man nach rechts geht, kommt man gleich zur Küste und zum Lavatropfen. Für schöne Sonnenuntergänge muss ich im Winter also bis auf den Hang gehen, komme aber mit wenigen Schritten an noch viel schönere Plätze, wo das Meer von drei Seiten rauscht.
Beim Heimweg wurde es schon dunkel. Die Ausstrahlung von dem Platz ist auch um diese Zeit unbeschreiblich! Keine Mücken, die ja um die Zeit zuschlagen würden.
Der einzige Weg ist noch eng und verschlungen.
Ein Labyrinth nach dem anderen.
Da kann man bisher auch nur sehr selten stehen. 🙂 Erst muss ich die letzten Nachbarn kennen lernen, bevor ich es wagen will das erste Feuer für Trockenholz zu zünden. Wie ein Bonsaimeister werde ich auf jeden einzelne Zweig achten, bevor ich ihn raus schneide.
Von hier kann man auch La Palma etwas sehen. Wenn ich eines Tages eine Dachterrasse habe, bekomme ich wieder einen schönen Überblick. Ab April geht da hinten die Sonne unter.
Noch ein letztes Bild mit der Breitseite und dem Teideblick.

Mittlerweile bin ich mit meiner Bananenplantage nebenan mehr als Glücklich! Das Ding hat keine „Augen“ wie andere Häuser und sie hält den kompletten Ostwind fern, der ja zu 90 % bläst. Meistens ist es windstill und gelegentlich weht ne feine Brise vom Meer hoch. Auch von der Straße dahinter bekommt man nichts mit. Vorher fuhren morgens über ein Dutzend Autos den Berg hoch, jetzt rollen nur noch zwei an mir vorbei. Die Vögel hinter meinem Wohnwagen sind auch sehr cool! Diese Langschläfer fangen erst nach sieben an zu singen. 🙂

 

Die Vollendung

Heute bin ich gleich zwei mal nach Puerto geflitzt. Zuerst holte ich einen Flachkanal und ein paar Winkelstücke für die Belüftung.

Jetzt kommt die Frischluft unter der Sitzbank raus. Wenn das Polser drauf liegt sieht man das Rohr fast nicht mehr. Man könnte das Winkelstück aber auch abnehmen, sollte es je im Weg sein.

Danach kam ich auf die Idee ein Wasserfgefäss damit anzublasen. Sollte je noch ein Krümel Staub reinkommen landet er im Wasser und ich sehe auch gleich, dass irgendwas nicht stimmt. Dann dachte ich, dass ätherische Öle eigentlich auch noch super wären und flitzte gleich nochmal nach Puerto, weil der Bioladen in Icod schon geschlossen hatte. Die 26°C. haben mich aber ebenfalls veranlasst spontan nochmal zu fahren. Die Auswahl war kleiner als in Icod, aber mit einem feinsten Orangenöl für 4€ war ich erstmal zufrieden.
Es duftet sehr lecker, die Luft ist wirklich rein und wird gleich noch etwas befeuchtet. Die hatte nämlich bei 23° nur 45%.

Noch liegen der Lüfter und die Schalldämpfer hinter dem Wohnwagen, wo es auch nicht stört. Der Luftfilter kommt aber noch auf den Wohnwagen und bekommt noch einen Flachkanal, damit sich ds Ganze optisch besser einfügt.

Letzte Nacht hab ich schon sehr gut geschlafen und es trocknet einem auch nicht mehr permanent die Nase aus. Jetzt können sich die Atemwege über Nacht also so richtig schön erholen. Und das jede Nacht!

Luftfilter 2

Natürlich hab ich heute das neue Projekt mit dem Luftfilter gleich durchgezogen, damit ich in der folgenden Nacht den ersten Praxistest machen kann. Bevor ich am Wohnwagen rumschnipfel, will ich erst mal mit einem Profisorium durchs Fenster hören, ob ich es wirklich leise genug hinbekomme. Denn ich lausche zum Beispiel Nachts gerne den Grillen und manchmal auch dem Meer. Da wäre ein Gebrumme kaum zu akzeptieren.
Hier zu meinem Tageswerk:

Erst mal den Kasten schrauben und leimen, dann hab ich in die Leisten von dem Innenrahmen metrische Rundmuttern versenkt. Von diesen Spezialmuttern und passenden Inbusschrauben bringe ich jedes mal eine kleine Tüte voll mit, denn man kann nie genug davon haben, wenn man etwas anständig bauen will.
Mit vier Inbusschrauben kann man zukünftig den äusseren Rahmen öffnen, um den Filterflies zu wechseln.
Jetzt bekam der Innenrahmen ein Siebtuch verpasst und das Gehäuse einen 100mm Schlauchanschluß.
Erst eine Aktivkohlematte, dann kommt der weiße Flies drauf. Das Gute ist, dass ich die Matten in Zukunft nicht zuschneiden muss, weil das Gehäuse dafür gefertigt ist. Deutsche Markenware, die man immer wieder bekommt.
Jetzt wurde auch der weiße Filterflies mit dem Halterahmen zwischen den beiden Siebtüchern eingeklemmt. Das Ganze sitzt stramm, ist dicht und sieht doch noch ganz gut dabei aus!? Hab mal ein wenig Weiß Matt auf das Gehäuse gesprüht, damit das Holz nicht mehr so saugfähig ist. Für die entgültige Farbe hab ich mich noch nicht entschieden. Vielleicht bekommt das Gehäuse noch vier Füße und wird damit aufs Dach gestellt. Öffnung nach unten, vielleicht 10 – 15 cm Abstand vom Dach, wegen dem Spritzwasser falls es mal regnet.
Eine coole Sache ist, dass man beim Zuschnitt noch den Rest der Holzplatte geschenkt bekommt! Der Meter wäre sonst auf fast 50 € gekommen, so waren es nur 20. Mit der Japansäge kann ich da noch viele Bauteile ausschneiden und z.b. hochwertige Gebrauchsmöbel bauen.

Beim hochfahren haben mich zwei, bisher mehr oder weniger unbekannte Nachbarn angelächelt. Bin ich natürlich gleich hin, hab mich kurz vorgestellt und mit denen etwas rumgewitzelt. Bisher war Humor auf spanisch echt ne Herausforderung, aber davor hab ich mittlerweile auch keine Scheu mehr.  🙂
Toll, eben ging die Sonne unter und ich höre zum esten mal Frösche im Tal.

Nachtrag, 20:30 Uhr: Wir haben eine herrlich warme Nacht! Hab mir zur Belohnung eine feine Pizza geholt.
Eben hab ich den Lüfter auf die kleine Stufe gestellt und alle Schläuche mitsamt Schalldämpfer installiert. Die Luftdüse hängt vor dem Fliegengitter eines gekippten Fensters.
Die Grillen brüllen und vom Luftschlauch hört man absolut nichts! Null. Genial!
Ohne Schalldämpfer schiebt der Lüfter bei kleiner Stufe 80m³ Luft in der Minute. Gehen wir mal mit Schalldämpfer von der Hälfte aus, also 40m³ in der Minute. Der Wohnwagen hat ungefähr ein Volumen von 32,5 m³. Also könnte der Lüfter in einer Minute das Gesamte Luftvolumen wechseln.
Gehen wir mal von geschlossenen Fenstern aus und, dass die Luft nur durch die Zwangsentlüftung der vier Dachluken nach Aussen strömt. Dann dürfte es immer noch reichen, dass die Luft alle 3 – 4 Minuten komplett ausgetauscht wird. Jetzt kann ich es schon richtig spüren!  🙂 Freu mich mega!
Aus den Dachluken dürfte genug Luft strömen, dass kein Staubkrümel mehr eine Chance hat herein zu schweben.
So perfektioniert man das Leben auf der Insel!
Morgen installiere ich eine Luftdüse und suche nach einem Drehzahlregler, den ich wahrscheinlich irgendwo im Wohnwagen habe und mit dem ich die Luftmenge nochmal stufenlos runter regeln könnte.
Wenn ich in Zukunft hier ein Häuschen bauen werde, kommt von Anfang an eine Frischluft Zufuhr rein, die wie bei einem Niedrigenergiehaus optional durch einen Erdkanal geleitet wird, um im Sommer damit die Luft etwas zu kühlen. Nach diesem tollen Erfolg wird der nächste Filter 2 – 3 mal so groß.

Luftfilter

Habt ihr das Bild meiner Waage im letzten Beitrag gesehen? Darauf seht ihr den Saharastaub, den der Calima mit sich bringt. Das geschieht etwa drei mal in zwei Monaten.
Natürlich freuen wir uns über die Wärme, die mit dem Staub zu uns kommt, aber wenn ich an meine elektronischen Geräte denke, tut das richtig weh! Ausserdem verträgt nicht jeder diese Luft und manchen brennt sie sogar in den Augen! Bis auf eine gelegentlich leicht trockene Nase bekomme ich allerdings nichts davon mit.
Jetzt hab ich mich entgültig entschieden so schnell wie möglich einen Luftfilter zu bauen und die gefilterte Luft direkt in den Wohnwagen zu blasen. Erinnert ihr euch an meine Mosquitofalle? Umständehalber kam diese bisher kaum zum Einsatz, was mir wegen der hohen Investition ebenfalls etwas schmerzt. Aber das kommt schon noch, wenn meine neue Finca nach Aussen abgeschlossen ist. Das ist ein Link zu der Mückenfalle in dem ihr auch das modifizierte Lüfter-Gehäuse sehen könnt.
Zu meinem Flüsterlüfter und schallgedämpften Gehäuse kamen später noch zwei professionelle Schalldämpfer, die in den Luftschlauch gesteckt werden. So hört man auch beim Schlafen nichts! Sonst regelt man das Ding runter, weil er ja nicht gerade alle zwei Minuten das gesamte Luftvolumen wechseln muss.
Heute war meine Isabel von meiner Spontanität überhaupt nicht überrascht und hüpfte gleich begeistert ins Auto. So konnten wir gleich ihre Schuhe zum Lidl zurück bringen, die man dort ja schlecht anprobieren kann. Das hat die Aktion mit meinem Einkauf nochmal ergänzt.
Beim Baumarkt schnappte ich zuerst eine Flies/Aktivkohle- Matte und lies mir auf die Maße das Holz für ein Luftfiltergehäuse zuschneiden. 20 € und einen Berg von Restholz gabs gleich noch gratis dazu. An der Kasse traf ich noch einen guten Freund aus dem Tal, der endlich Isabel kennen lernte, von der er ja hier schon einiges gelesen hat.  🙂
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher nach Garachico, um bei Abuelo ein Eis am Meer zu schlotzen. Noch tanken, eine Reservierung im Restaurant abchecken und die Mission hatte sich voll gelohnt.

Zum Filter: Der Kasten wird etwa 60 x 50 cm groß und 25cm tief. Eine offene Seite wird mit Rahmen und Gitter ausgestattet. Darauf kommt die Filtermatte und ein zweites Haltegitter. Dann noch der Saugschlauch, der in die Stirnseite geleitet wird. Geplant ist, den Kasten hochkant, oder mit der Öffnung nach unten aufzustellen. Würde ich ihn schwarz anmalen, könnte ich ihn über den Winter auf das Dach vom Wohnwagen stellen, damit er sich mit der Morgensonne erwärmt und die Warmluft reinbläst. Im Sommer kann man ihn zwischen die kühlen Bäume hinter dem Wohnwagen stellen.
Im Boden vom Wohnwagen säge ich ein Loch mit 10cm, das unter einer Sitzbank rauskommen wird. Zum testen klemme ich eine Flachdüse unter die Sitzbank und wenn sich das Ganze bewährt, schneide ich bei der Bank, im Wadenbereich, einen schmalen Lüftungsschlitz, der mir vor allem über Nacht gefilterte Luft zubläst. Aber auch am Tag! Danach kann ich dann den Wohnwagen von oben bis unten einmal richtig feucht durchwischen und bei Calima sowie bei meinen Bauarbeiten alle Luken dicht halten.
Bin jetzt schon gespannt wie der Filter nach ein paar Tagen bzw. Wochen aussehen wird!
Mal sehen ob ich es morgen komplett hin bekomme. Nach meinen 50 Schubkarren gestern, wird diese Arbeit morgen ein schöner Ausgleich.

Dann hatte ich heute noch Besuch von einer netten Nacbarin, die mit ihren zwei Jungs vorbei geschaut hatte. Der kleine, etwa 7, hat mich derart ausgefragt bzw. vollgelabert und ich hab so gut wie kein Wort verstanden.  🙂
Den vierzehnjährigen Bruder verstand ich am besten, weil er ein Gespür für die Situation hatte und sehr deutlich gesprochen hat.
Aber auch bei den schwersten Kandidaten merke ich, dass es alle fünf Minuten etwas besser, oder zumindest weniger schlimm wird. Achja, dann lernte ich noch einen sehr netten Plantagenarbeiter kennen. Der erste Mensch den ich am Hinterausgang der Plaatge gegenüber gesehen hab. Ich stellte mich vor und sagte, dass ich ein Künstler bin, worauf er erwiederte: „Ja klar, ich kenne schon das Bild deiner Musikmaschine. Manuel hat es mir gezeigt.“ Natürlich im breitestren Kanarisch, aber den verstand ich ganz gut!  🙂

YES!

Endlich endlich, hab ich die fünf Kilos runter! Das könnte je nach Gefälle pro Schritt locker 15 Kilo ausmachen. Jetzt will ich noch ein überflüssiges Kilo runter schaffen, damit die tägliche Pufferzone sich zwischen 64 und 65 Kilo bewegt. Heute Nacht, als ich mich im Bett gedreht hab, zog ich zur Abwechslung ein Knie ganz nach oben und es war nichts im Weg.  😀
Es fühlt sich fantasisch an und ich schlief lächeln wieder ein!

Heißer Tag

Heute hab ich mal so richtig geschwitzt, aber ich wollte auch einen sportlichen Tag durchziehen! Das vierte Kilo ist nach einem langem Kampf endlich weg. Jetzt zieh ich das fünfte auch gleich durch, damit ich beim Laufen endich wieder eine grandiose Leichtigkeit spüren kann.
Calima war auch noch. Seht mal die Temperatur im Vorzelt, was ja ziemlich offen ist.

Da hab ich mal ne Stunde Siesta gemacht, ansonsten hab ich von 9. bis 19:00 Uhr fast durchgezogen. Heute fiel mir noch eine Kleinigkeit auf: Bisher musste ich immer viele Spülschwämme kaufen, weil es mir die Dinger andauern weggeblasen hat. Obwohl ich sie im Windschatten liegen hatte. Jetzt liegt so ein Schwamm seit Tagen auf der Mauer und der wackelt nichtmal vom Wind.
Auf Dauer macht sich der Unterschied im Alltag doch sehr bemerkbar.
Heute kam das erste mal ein Seelchen bei mir vorbei, oder besser zwei. Ein Minihundchen rannte bei mir rein und ein kleines Mädchen versuchte ihren Hund wieder einzufangen. Hundi machte sogar ein Männchen und tupfte mich dabei mit beiden Pfoten an. Dann hat die kleine ihren Schatz wieder gekriegt. Entschuldigte sich und war schon wieder weg.
Das Werk von dem ich Erde heute abgetragen hab, zeige ich euch wenn es fertig ist. Hier hab ich alles aufgehäuft um mit dem ersten Garten anzufangen:

Gleich neben dem Wohnwagen kommt der erste Ziergarten, den ich stark erhöhen will um die gerade Mauer hier und da mal optisch zu unterbrechen. Das Werkzeug markiert grob den Verlauf des ersten Beets. Hinten wird es von einem Steingarten eingefasst und zur Fläche hin wird es immer flacher.
Im Park hab ich ja viele Schätze von alten Steinen rumliegen, mit denen ich meine letzte Arbeit optisch nochmal toppen kann.
Die Fläche bekommt auch noch den ein oder anderen Hügel oder eine zweite Ebene mit einer kleinen Mauer eingesäumt. Ein paar Felsen und etwas Totholz werden wieder Akzente auf dem schwarzen Pikon setzen.
Bis auf ein paar filigrane Palmen werde ich in diesen Garten eher mittelgroßen und kleinen Pflanzen setzen, weil ich den Meerblick meiner Nachbarn nicht zubauen will.
Weiter hinten wo es eh keinen mehr stört setze ich eine ganze Reihe Yucca Palmen, die in ein paar Jahren zu einer richtigen Wand heranwachsen werden. Dann hat man auch auf der Ebene ein paar uneinsichtige Stellen.
Auf dem folgenden Bild, wo die Hecke anfängt, pflanze ich die Yuccas, die dann wie in einem Halbkreis stehen sollen. Letztendlich entscheide ich aber die Feinheiten beim Bauen. Etwas links vom Regenfass setze ich meine große Bouganville, damit sie den Zaun nach links mit Blüten zuhängt. Zwischen den beiden Beeten baue ich vielleicht eine simple Pergula aus Pfosten und Drähten, damit das Dach schön mit drei Sorten Maracujas zuwachsen kann.
Der Weg nach Hinten muss sich auf jeden Fall zwischen Bäumen und Beeten schlängeln und darf nicht gerade sein.

Das waren einige Schubkarren heute. 🙂 Es ist eine schöne Mischung aus Steinen, Sand und einer Erdmischung, die mit Kompost angereichert ist. Fehlt nur noch meine rote Erde und der schwarze Pikon und dann wachsen die Pflanzen wieder wie irre! Auch die Bewässerung bringe ich mit meinen letzen Erfahrungen auf ein ganz neues Niveau.
Um 19:00 Uhr hatten wir noch über 20 Grad. Am Horizont sieht man deutlich den Calima.
Demnächst muss ich mal zur Nachbarstraße hochflitzenn und Fotos knipsen. Die Nachbarn schwärmen schon von der Veränderung. Dabei hab ich noch gar nicht angefangen. 🙂

Termiten

Heute hab ich nochmal ein paar Stunden den Park aufgeräumt. Die Arbeit wäre eigentlich locker, aber es frisst halt viel Zeit! Folgende Arbeit war allerdings nicht soo easy: Unten links an der Wand haben sich jahrelang Palmblätter und ein kompletter Hühnerstall angesammelt. Das Meiste hab ich heute mit dem Seil hochgezogen.

Auf dem unteren Bild ist schon fast alles weg. Für den Kleinkram hats heute nicht mehr gereicht. Schade, weil darunter kommt eine schöne Mauer hervor die gegenüber wie eine Rampe nach oben führt. Die Rampe ist fast 1,50 breit und meine Mauer hat darüber eher an die 2 Meter Breite. Nach ein paar Metern sieht es so aus als wäre eine breite Sitzbank eingearbeitet.
Über dem alten Eimer seht ihr einen Baumstumpf in dem ich Termiten gefunden hab.

Zuerst lief ich den ganzen Weg zum Wohnwagen zurück um die Kamera zu holen. Dann kletterte ich wieder runter um beim Fotografieren zu sehen, dass die Speicherkarte noch im Wohnwagen lag. Addiert sind das etwa 240 Meter und über 20 Höhenmeter.  😀
Hier, die Termiten und vor allem das innere Gerippe im Baumstamm sieht original wie bei Didgeridoos aus! Dieses dunkelbraune Bauwerk im Innern dient den Termiten um Pilze anzubauen von denen sie sich ernähren. Diese Termitenart müsste aus dem Boden kommen und die würden eigentlich  Totholz, wie Schränke oder Häuser nicht anrühren.
Aber sicher sein kann ich da auch nicht, weil es gibt viele Termitenarten und die Didgebauer gibt es nur in den Tropen.

Vielleicht sollte ich doch noch ein paar Eukalyptusbäume pflanzen!?

Abhang und Park

Heute haben wir den Kaufvertrag unterschrieben. Den angebrochenen Tag nutzte ich für Arbeiten die eigentlich nicht so wichtig wären, aber ich will auch dort einen Fortschritt sehen, damit ich die Gesamtlage besser einschätzen kann. Es ging mir zuerst um einen besseren Zugang in meinen Park.
Zuerst zerrte ich so viel Gartenabfälle wie möglich aus dem steilen Abhang.

Dann begann ich die ersten Tonnen Schutt nach unten zu ziehen und zu schieben. So trage ich oben langsam Material ab und unten bildet der ganze Schutt nach und nach einen flacheren Übergang.

Unter dem Schutt kommt noch mehr Schutt, aber nach einer Stunde kam auch schon langsam mehr und mehr Erde hervor. Es war wahnsinnig rutschig und selbst die größten Steinplatten dienten bestenfalls, um damit den Steilhang runter zu surfen.

So sieht es gerade von unten aus. Immerhin kann ich mal mit den ersten Eimern runter steigen um die ersten Dornen und Kletten aus dem Park zu schneiden.

Gleich nach dem Eingang hab ich ein paar Meter der ersten Mauer grob befreit, um zu sehen was hinter dem Gestrüpp vorkommt. Ein bisschen putzen und der Boden ist so gut wie fertig.

Einige Meter weiter entdeckte ich nochmal eine ganz nette Ebene. Direkt vor meinem Bambusfeld liegt ein netter Steinsockel, auf dem ich vielleicht mal eine Steinbank errichten werde. Wenn man gegenüber aufräumt hat man einen schönen Meerblick und durch den Bambus hat man den absoluten Sichtschutz. Dort scheint auch die Sonne, eigentlich perfekt für FKK! Ich könnte es auch säubern und die Fläche mit Kies und Sand einebnen. Dann ein Anti-Unkrautflies drauf und mit etwas feinem Strandsand auffüllen.

Folgendes Bild hab ich für den Überblick reingesetzt. Weiter hinten seht ihr ungefähr in der Mitte des Tals das bräunliche Bambusfeld.

Darüber hängen wieder schöne Farne…

Und darunter eine bunte Mikrobotanik. An solchen Stellen könnte man ganz sicher Orchideen direkt in die Mauer setzen. Langsam glaube ich, dass mindestens 100 Meter mit Farnen zusammen kommen. Wenn ich dort etwas reinsetze, dann nur Pflanzen die sich perfekt einfügen.
Es könnte aber sein, dass ich hier und da noch einen Avocadobaum rein stelle, denn für die gibt es die perfekten Plätze. Avocados können auch groß werden und ein schönes Dach bilden unter dem sie noch viel Platz lassen.

Hier schaue ich gegenüber die Mauer herunter, wo ein Wasserkanal abläuft. In dem Garten darunter war ich noch nie und wüsste auch noch nicht wie ich da ohne zu klettern hinkommen könnte.

Alle Mauern sind historisch.

Wenn man gut zwei Meter runter sieht, kann man beim Wasserkanal einen Knick nach links erahnen.

Kein tolles Foto, aber das ist mein Baum. 🙂 Scheint mir ein mächtiger Feigenbaum zu sein. Das ist ziemlich weit hinten im Tal. Die Mauer auf der ich stehe sieht aus wie ein Balkon und irgendwo da unten ist noch ein Garten.

Wenn man an der Stelle nach links sieht, erkennt man im Djungel, dass auch die untere Mauer einen schönen Bogen nach rechts zieht.

An der Rückwand macht der Kanal hier schon einen Bogen, der insgesamt über 90° nach rechts dreht. Alles ist echt nur schwer zu überschauen, weil man immer nur Abschnitte sieht, nachdem man mal wieder durch ein Stück Djungeltunnel gekrochen ist.

Es übertrifft meine kühnsten Träume und solch einen alten Garten kann man weder arrangieren noch für alles Geld der Welt kaufen. Es sei denn man hat ganz großes Glück!
Oben auf dem Berg wo immer der kühle Nebel hängt sieht ma sowas an jeder Ecke, aber unten im schönen Buen Paso, wo es eigentlich immer warm ist, sah ich noch nie etwas vergleichbares!

Diesen Winter schaff ich es höchstens meine Lieblingsebene im Park halbwegs aufzuräumen. Dabei achte ich genau darauf was ich abschneide, denn das Dach darüber soll so vollständig wie möglich bleiben, damit ein großer Teil vom Garten geschützt und geheimnisvoll bleibt.
Diese Woche wird es Tag für Tag wärmer, dann bin ich schon gespannt wie es sich da unten bei der ersten Siesta anfühlt.  🙂

Domingo

Am Sonntag hab ich es ganz gemütlich angehen lassen. Statt zu buddeln hab ich hauptsächlich mit dem Rechen ein paar Quatratmeter neuen Boden erschlossen. Bei den Maracujas fing ich an, denn gestern zeigte ich Chris eine Frucht, die während dessen auf den Boden fiel. Sie hüpfte unter das Gestrüpp und war weg. Dann fragte ich mich wie hoch die Dunkelziffer der verlorenen Früchte wohl liegt!?

Jetzt kann man an den Maracujas entlang laufen, aber am Ende wird es auf keinen Fall einen geraden Weg entlang der Mauer geben, weil das viel zu langweilig wäre!
Auf meiner Hochebene gibt es erst mal eine Menge Totholz aus zu rechen. Dann bekommt man erst mal einen Überblick und kann gezielt die störenden Pflanzen rausrupfen. Danach geh ich nochmal mit dem Rechen durch. Erst wenn ich die Fläche sehen kann, kommen mir nach und nach die Ideen, wie ich den Garten sinnvoll aufteilen und gestalten kann.

Jetzt ist mein Kreisverkehr für den Roller fast fertig. 🙂

Eine sehr nützliche Idee waren die zwei Gummimatten im Vorzelt.

Vielleicht werde ich sie nach und nach mit zwei weiteren Matten ergänzen. Die sind sehr praktisch für die Stühle und man schleppt nicht mehr so viel Dreck in den Wohnwagen. Einmal am Tag abkehren und alles passt. Es ist vor allem super wenn man ständig zwischen Vorzelt und Wohnwagen hin und herspringt.

Ansonsten fällt mir deutlich auf, dass es hier viel weniger Wind gibt! Dieser riss früher mehrmals täglich an meinem Vorzelt rum, dass es richtig laut wurde. Das gabs hier noch nicht einmal. Auch die lauten Palmen im Wind störten mich manchmal beim Schlafen. Dagegen ist hier fast völlige Stille. Nur wenn der Wind vom Teide runter kommt, hört man ab und zu ganz leise den Verkehr aus der Ferne. Aber dann macht man eh die Luken dicht, weil es kühl wird. Sowas kommt eh nur ein paar Tage im Jahr vor.
Das Vogekgezwitscher am Abend klingt echt lustig! Die kleinen Hüpfer veranstalten hier mega Parties! 🙂
Zum Abschluss zeige ich euch noch ein Foto von meinem Haufen. Der wird im Juni am „San Juan“ Tag abgefackelt, wenn alle auf der Insel zündeln.